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Krieg und Frieden

Kulturelle Deutungsmuster

Series:

Samuel Salzborn and Holger Zapf

Thema des Buches ist der Zusammenhang von Krieg und Frieden, zwei Schlüsselbegriffen der Politikwissenschaft. In ihrer reflexiven Bezugnahme sind sie kaum voneinander zu trennen, da die Präsenz des einen die Abwesenheit des anderen bedingt. Was wird in unterschiedlichen kulturellen Kontexten als Krieg und was als Frieden angesehen? Inwiefern fungieren beide Begriffe damit auch als politische Kampfbegriffe? Dies bedarf nach Ansicht der Autor(inn)en einer Analyse differenter und konkurrierender Vorstellungen von Krieg und Frieden. Ihre Erforschung der Verwobenheit von Kultur mit (Ideen von) Krieg und Frieden eröffnet eine wichtige Forschungsperspektive, da sie es ermöglicht, handlungsleitende Sinnbezüge herauszuarbeiten.
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Gewalt und das nackte Leben in Mexiko in Zeiten des Imperiums

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Die Kriminalität in Mexiko hat zwei Seiten. Die eine Seite entstammt den kriminellen Organisationen und wird Verbrechen genannt, die andere Seite gründet in den staatlichen Institutionen (die in ihrer Gesamtheit inzwischen der Drogenmafia untergeordnet sind) und wird Verstoß gegen die Menschenrechte genannt.

Von mehr als 100.000 Toten, 35.000 Verschwundenen, Tausenden von Verhafteten, fast 250.000 Vertriebenen und hunderten von geheimen Gräbern wissen wir nicht, wie viele dieser Verbrechen dem mexikanischen Staat zuzurechnen sind. Die neue Wirklichkeit ist, dass in Mexiko die Unterscheidung zwischen organisierter Kriminalität und dem Staat eine rein formale geworden ist. Praktisch ist der mexikanische Staat, auf all seinen Ebenen, von verschiedenen kriminellen Gruppierungen unterwandert. Bürgermeister, Landräte und andere „demokratische“ Repräsentanten verhalten sich wie feudale Vizekönige, die durch ihre Art zu regieren den Terror in ihren Wahlkreisen etablieren. Sie sind unkontrollierbare Despoten, welche zu den schlimmsten Grausamkeiten bereit sind, geschützt durch eine komplette Straffreiheit.

Ich möchte kurz einen typischen Fall schildern, wie er schon in fast jeder Stadt in Mexiko vorgefallen ist. Es ist eine von vielen Straftaten, welche die Gesellschaft erträgt, nicht die Einzige und auch nicht die Schlimmste, aber eine, die den stärksten internationalen Nachhall hatte.

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