Show Less
Restricted access

Der staatliche Schutzauftrag an öffentlichen Schulen

Eine verfassungs- und verwaltungsrechtliche Untersuchung staatlicher Verantwortung im Staatsnäheverhältnis

Series:

Stefanie Unzeitig

Die Schule ist ein sensibler Bereich, in dem zwischen besonders schutzwürdigen Personen und dem Staat eine spezifische Nähe begründet wird. Die gesellschaftliche Forderung nach staatlichem Schutz wird dort besonders nachdrücklich erhoben. Die Arbeit stellt die verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Rahmenbedingungen dieser Schutzverantwortung dar. Dabei untersucht sie auf der Ebene des Verfassungsrechts, ob die Eingebundenheit in die staatliche Institution eine gesteigerte Schutzverantwortung begründet. Im Rahmen ihres verwaltungsrechtlichen Teils analysiert sie die gesetzgeberische Umsetzung und geht Hinweisen auf Schutz und Fürsorge in den Schulgesetzen der Länder nach. Exemplarisch wird der Einsatz von Videoüberwachung als eine mögliche Maßnahme der Schutzgewähr an Schulen vorgestellt.
Show Summary Details
Restricted access

Einleitung

Extract

Die dramatischen Amokläufe jeweils schwer bewaffneter ehemaliger Schüler am Erfurter Gutenberg-Gymnasium im Jahre 2002 und an der Albertville-Realschule in Winnenden im Jahre 2009 dokumentierten in erschütternder Weise die Verletzlichkeit der Sicherheitslage an Schulen. Durch Berichte über im alltäglichen Schulbetrieb vorkommende Gewalt entstand in den vergangenen Jahren überdies zunehmend der Eindruck, dass das Leben und die Gesundheit der Schüler1 im Raum der Schule in immer stärker werdendem Maße Gefährdungen durch Mitschüler, aber auch durch Schulfremde ausgesetzt sind. Diese Ereignisse haben zu einer verstärkten Wahrnehmung des Themas „Sicherheit an Schulen“ in der Öffentlichkeit geführt. Da die Schule ein Ort ist, der nahezu täglich von einem zum Großteil minderjähriger Schüler und damit in besonderer Weise auf Schutz angewiesener Personen besucht wird, wird in öffentlichen Diskussionen vielfach die Forderung nach einer sicheren Schule und nach Schutz durch den Staat erhoben.

Eine Einschätzung, ob die öffentliche Wahrnehmung der tatsächlichen Situation entspricht und von einer Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse auszugehen ist, kann die vorliegende juristische Darstellung weder erbringen noch strebt sie diese an. Nach einer lediglich kursorischen Befassung mit empirischen Untersuchungen wird allerdings bereits deutlich, dass der These einer Zunahme von Jugendgewalt im Allgemeinen und von Gewalt im spezifischen Bereich der Schule mit einer gewissen Skepsis zu begegnen ist.2 Die einschlägigen ← 19 | 20 → empirischen Analysen präsentieren jedenfalls hinsichtlich der Häufigkeit und Intensität gewalttätigen Verhaltens jugendlicher Täter keine einheitlichen Ergebnisse.3...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.