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Stephen King’s «It» in Translation

Die Übersetzungen von Tabuwörtern in der Umgangssprache der Kinder im Roman- Sieben Sprachen im Vergleich

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Britta Stöckmann

Du sollst nicht fluchen – ein alltäglicher, oft totgeschwiegener Bestandteil der Sprache ist ihr Tabuwortschatz. Anhand eines ausgewählten Bereichs von Stephen Kings Roman It und seinen Übersetzungen wird Einblick in die Gewohnheiten des Fluchens in sieben verschiedenen Sprachen genommen. Dabei stellt der im Roman fein ausdifferenzierte Gebrauch von Flüchen und Tabuwörtern Übersetzerinnen und Übersetzer vor die Herausforderung, die thematischen und stilistischen Schattierungen des Originals adäquat wiederzugeben. Kann es überhaupt gelingen, den Tabubruch aus der einen in eine andere Sprache zu übertragen, ohne dass seine Wirkung verloren geht? Wie diese Studie zeigt, weisen der Tabuwortschatz und sein Gebrauch in jeder Sprache ihre ganz speziellen Eigenarten auf.
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4. Ausgewählte Phrasen im Vergleich – das Original und sechs Übersetzungen

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4.1. Tabuwortgebrauch im Klub der Verlierer

Nachdem nun die einzelnen Protagonisten anhand ihres Fluchverhaltens vorgestellt worden sind, hat sich gezeigt, dass der Autor des Romans ihnen nicht wahllos Tabuwörter in den Mund gelegt hat, sondern dass sich in ihrem Gebrauch der tabuisierten Sprache auch ihr jeweiliger Charakter widerspiegelt. Zurückhaltende, ängstliche, introvertierte oder ordnungsliebende Kinder wie Ben, Eddie oder Stan verwenden nur selten ‚schlimme Wörter‘, und wenn doch, dann eher solche, die als vergleichsweise harmlos anzusehen sind. Extrovertierte Kinder wie Richie oder Beverly nehmen hingegen kein Blatt vor den Mund, sondern verleihen ihren Wünschen und Vorstellungen auch verbal mittels Kraftausdrücken Nachdruck. Gleichzeitig haben – wie gesehen – natürlich auch Herkunft und Erziehung einen gewissen Einfluss auf den Gebrauch vulgärer Sprache, doch spiegeln sich eine charakterliche Entwicklung und die Emanzipation von alten Autoritäten, wie in Eddies Fall besonders deutlich zu erkennen, auch sprachlich durch eine gesteigerte Nutzung von Tabuwörtern in quantitativer und vor allem qualitativer Hinsicht wider.

Diese Abbildung des Charakters mittels der Fluchsprache ist den Übersetzern des Romans mal mehr, mal weniger gut gelungen. Gerade die erwähnte Entwicklung Eddies tritt nicht in allen Übersetzungen klar hervor, und die deutsche Übersetzung lässt Beverly in einem etwas anderen Licht erscheinen, als es im Originaltext der Fall ist.

In der Analyse der Sprachgewohnheiten der einzelnen Kinder sind bereits einige interessante Fälle aufgetaucht wie etwa die Wutausbrüche Beverlys oder die Wiederaufnahme eines von Bills Sprüchen bei gleichzeitiger...

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