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Pragmantax II

Zum aktuellen Stand der Linguistik und ihrer Teildisziplinen- Akten des 43. Linguistischen Kolloquiums in Magdeburg 2008- The Present State of Linguistics and its Sub-Disciplines- Proceedings of the 43 rd Linguistics Colloquium, Magdeburg

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Katrin Schöpe, Renate Belentschikow, Angelika Bergien and Armin Burkhardt

Dieser Band vereinigt 63 Beiträge in deutscher, englischer und französischer Sprache. Er repräsentiert ein breites Spektrum an Themen und Erkenntnissen aus verschiedenen Bereichen der Linguistik und versucht damit eine kritische Bestandsaufnahme des Faches. Die Beiträge widmen sich Fragestellungen aus den Gebieten der Grammatik, Semantik, Text- und Diskurspragmatik sowie der Angewandten Linguistik. Aufsätze zur kontrastiven Linguistik und zur Fremdsprachendidaktik runden den Band ab.
This volume contains the revised versions of 63 papers, written in German, English and French. It considers a broad spectrum of topics and findings from various areas of linguistics and thereby offers a critical review of the field. The authors address questions ranging from grammar, semantics, text and discourse pragmatics to issues from the field of applied linguistics. The volume is concluded by studies on contrastive linguistics and foreign language pedagogy.
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„Ein Volk, das seine Toten ehrt, ehrt sich selbst“ - Zur Semantik des Erinnerns in Gedenkreden

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Katrin Schöpe, Magdeburg

1 Einführung1

„Öffentliche Gedenkfeiern ähneln einem Vergrößerungsglas, welches das Bild der Vergangenheit dahinter verzerrt und das Selbstverständnis derer, die gedenken, um so präziser anzeigt.“ (Eschebach 2005: 206) Der Verstorbenen zu gedenken und ihnen Erinnerungsmale zu setzen, gehört seit jeher zu den elementaren Phänomenen menschlicher Kultur, dienen doch Gedenkrituale der Genese von Gemeinschaftsbewusstsein. Sowohl die Errichtung eines Denkmals als auch die Einführung eines Gedenktages sind sinnstiftende Trauerarbeit, da dem Tod durch beide Formen ein spezieller Ort im jeweils verbindlichen religiösen oder weltanschaulichen Denken zugewiesen wird (vgl. Büttner 1993: 11). Zentral für die Herausbildung bzw. Verteidigung eines kollektiven Selbstverständnisses sind Erinnerungen an gemeinsame Erfahrungen. So legt das öffentliche Gedenken durch die Vermittlung von Identität ein Fundament für Gemeinschaften und erhält diese aufrecht (vgl. Brix 1997: 19). Besonders in politischen Auseinandersetzungen ist es von größter Wichtigkeit, das Bild von der Geschichte zu prägen und bestimmte Erinnerungen zu besetzen. Dabei fungiert Sprache als ein Medium des Erinnerns, ist doch die Vergangenheit das „Resultat gedächtnisbasierter Kommunikation“ (Straub 2001: 45) und somit in erster Linie ein sprachliches Konstrukt.

Es soll im vorliegenden Beitrag nach den politischen Interessen gefragt werden, die dem öffentlichen Gedenken zugrunde liegen. Es wird aufgezeigt werden, welche politischen Einstellungen in Gedenkreden gezeigt und wie Gedenkinhalte zugunsten politischer...

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