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Sprache der Generationen

2., aktualisierte Auflage

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Edited By Eva Neuland

Mit dem Sammelband Sprache der Generationen wird dem interdisziplinären Gegenstandsfeld Generation eine bedeutsame linguistische Perspektive hinzugefügt: Welche spezifischen Sprachgebrauchsweisen herrschen in bestimmten Generationen vor? Haben sie die Entwicklung der Gemeinsprache beeinflusst? Wie verändert sich der Sprachgebrauch mit der generationellen Zugehörigkeit, v.a. in Jugend und Alter? Gibt es Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Generationen? Welche Generationsbilder werden sprachlich konstruiert? Auf solche und andere Fragen bieten die Beiträge dieses Bandes erste theoretisch fundierte und empirisch gestützte Antworten und eröffnen Perspektiven in einem noch weitgehend unbearbeiteten Forschungsfeld der Sprachwissenschaft und speziell der Soziolinguistik.
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Entdramatisierung der Generationenkonflikte. Zwischen Gleichheit und Depression in All-Age-und Adoleszenzromanen: Carsten Gansel

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Wem es um das Verhältnis der Generationen und ihre Inszenierung in der Literatur geht, der ist neben der Kindheit vor allem auf jene Phase verwiesen, in der es zur Ablösung der nachfolgenden Generation von der Autorität der Eltern kommt, also Jugend bzw. Adoleszenz. Nun wird man allerdings die Frage nach der Jugend in der Gegenwart allein deshalb nicht beantworten können, weil es die Jugend nicht gibt und nur Näherungen an sie möglich sind. Als eine Besonderheit von Jugend gilt daher ihre „relative Unbestimmtheit“, die wiederum symptomatisch für moderne Gesellschaften ist. Diese Unbestimmtheit bezieht sich zunächst auf die Altersgruppen, die man als „Jugendliche“ einordnet (Gansel/Zimniak 2011; Gansel 2010). Und unbestimmt sind auch die Kontexte, die Rahmenbedingungen und die Verlaufsformen von Jugend. Anders als in so genannten traditionalen und frühmodernen Gesellschaften, in denen Jugend klar umrissen war, verliert Jugend im Prozess von Modernisierung ihre eindeutigen Kennzeichen. Jugend wird, wie Vera King herausgearbeitet hat, zu einer Art „Entwicklungsspielraum und Bildungsmoratorium“. Wenn vom „Entwicklungsspielraum“ die Rede ist, dann bedeutet dies: Die Biographien der Jugendlichen sind nicht identisch, es gibt immer mehr Variable, was für den einen gilt, trifft für die andere schon nicht mehr zu (King 2002, 19f.). Zudem muss mitgedacht werden, dass die Jugendphase eigentlich erst eine Errungenschaft von reicheren Industrieländern ist, weil erst in modernen Gesellschaften größere Gruppen der Bevölkerung die Chance haben, sich in einer relativ offenen und unbestimmten Jugendphase auf die Suche nach den eigenen M...

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