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Finnische Germanistentagung 2012

Einblicke und Aussichten

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Edited By Irma Hyvärinen, Ulrike Richter-Vapaatalo and Jouni Rostila

Die Finnische Germanistentagung 2012 brachte rund 70 FachkollegInnen aus dem ganzen Land nach Helsinki. Im Dialog mit renommierten WissenschaftlerInnen aus dem Ausland thematisierten sie Aktuelles in Forschung und Lehre. Dieser Band enthält die Plenarvorträge und ausgewählte, in einem Referee-Verfahren begutachtete Sektionsbeiträge in vier Blöcken: «Einblicke in die Lage des Deutschen in Finnland», «Deutsch im Gebrauch», «Deutsch im Unterricht» und «Literatur als Kulturgut». Die rege Beteiligung und die Bandbreite der Tagung beweisen, dass es nicht schlecht bestellt ist um die finnische Germanistik, dass es jedoch gemeinsamer Bemühungen bedarf, um die akademische Existenz und den traditionell hohen Standard des Fachbereichs auch weiterhin zu sichern.
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Sprache und Generation Neue Perspektiven für die Soziolinguistik: Eva Neuland

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Der Generationsbegriff ist in der Medienöffentlichkeit zurzeit fast allgegenwärtig, der Wandel von Generationen und Generationsverhältnissen bildet ein brisantes Dauerthema (Abb. 1):



Abb. 1: Focus-Titel: Jung gegen Alt (1996)

Während der Generationsbegriff mit seinen multidisziplinären Perspektiven1 in den Bildungs-, Sozial- und Kulturwissenschaften eine bedeutsame Rolle spielt, ist er für die Sprachwissenschaft und besonders für die Soziolinguistik noch kaum erschlossen. Mit diesem Beitrag soll für den Einbezug der generationellen Perspektiven in die soziolinguistische Forschung plädiert werden.

Der Zusammenhang von Sprache und Generation erschließt sich für die Sprachgermanistik am besten über die Forschungsgebiete, die sich mit dem Sprachgebrauch in den verschiedenen Lebensaltern von Kindheit, Jugend und Alter beschäftigen und in Untersuchungen zur Kindersprache, zur Jugendsprache und zur Alterssprache ihren Niederschlag gefunden haben.

In einem groben Überblick über die Sprachforschungen zu den drei hier aufgeführten Lebensphasen fällt auf, dass sich viele Studien mit der Ausgestaltung ← 77 | 78 → einzelner Sprachmerkmale beschäftigen, wie z. B. nicht normentsprechende Wortbildungsmuster bei Kindern, kreative Sprachspielereien im Jugendalter, Gebrauch veralteter Lexik im Alter. Daneben ist aber der kommunikative Aspekt ein ebenso bedeutsamer Forschungsschwerpunkt, z. B. die Eltern-Kind-Kommunikation, die Kommunikation zwischen Jugendlichen und Erwachsenen oder aber von Jugendlichen untereinander, die Kommunikation mit älteren Personen.2

Unter den spracherwerbstheoretischen Ansätzen verweist insbesondere das Konzept „Spracherwerb in der Interaktion“ von Jerôme Bruner auf die Bedeutung der Eltern-Kind-Kommunikation für die Sprachentwicklung; die Jugendsprachforschung hebt die...

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