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Aufarbeitung der Vergangenheit als Dimension der Erwachsenenbildung

Polnische, russländische und ukrainische Perspektiven

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Dr. Tetyana Kloubert

Wie wird in den drei Ländern Russland, Polen und Ukraine mit den problematischen Ereignissen der nationalen Geschichte umgegangen? Dieser Frage widmet sich diese Studie in Form einer empirischen Untersuchung, durchgeführt im Jahr 2009. Befragt wurden in eingehenden Interviews 91 Erwachsenenbildner aus drei Ländern. Dabei ergab sich, dass die Aufarbeitung der Geschichte in engem Zusammenhang steht mit den Prozessen der gesellschaftlichen Transformation und Integration sowie mit der Demokratieentwicklung im jeweiligen Land. An einer Fülle von Beispielen kann gezeigt werden, dass der Erwachsenenbildung in Umbruchzeiten ganz eigene Möglichkeiten zukommen, den Prozess der Aufarbeitung der Vergangenheit zu fördern. Im Vergleich von Russland, Polen und der Ukraine treten neben Gemeinsamkeiten auch markante Unterschiede in Theorie, Praxis und professionellem Selbstverständnis der Erwachsenenbildner hervor.
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2 Theoretische Einführung

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In den letzten Jahren ist, wie bereits erwähnt, das Interesse an Fragen der Erinnerungskultur und der Gedächtnisforschung auffallend gestiegen (vgl. dazu stellvertretend Benz 2004; Ruchniewicz/Troebst 2004; Müller 2002). Um den Ansätzen unterschiedlicher Disziplinen auf dem Gebiet der „Cultural Memory Studies“ (Erll/Nünning 2008) eine Diskussionsplattform anzubieten, ist die Zeitschrift „Memory Studies“ (principal editor Andrew Hoskins, seit 2008) erschienen, was von einer erheblichen Ausbreitung des Forschungsinteresses auf verschiedenen Gebieten zum Thema der Erinnerung und des Gedächtnisses zeugt.

Vertreter verschiedener Wissenschaftsdisziplinen, unter anderem Historiker, Sozialwissenschaftler, Psychologen, Philosophen, Soziologen, Sprachwissenschaftler und nicht zuletzt auch Pädagogen haben über das Thema des Umgangs mit der Vergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven geforscht. Aus diesem Grunde ist die gegenwärtige Forschungslage so weitläufig, dass sie sich einer konzisen Darstellung geradezu entzieht. Es wird im Weiteren versucht, die unterschiedlichen Facetten des Themas aufzuzeigen und dazu stellvertretend einige Publikationen hinsichtlich ihres spezifischen Beitrags zu charakterisieren. Die Vergangenheitsbewältigung spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab, auf der

a. historischen,

b. politischen,

c. rechtlichen,

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