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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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VII. Auf dem Weg zur eigenen Identität

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Der Anspruch des Ordens, im Gang der Heilsgeschichte ein neues Volk Israel zu verkörpern, wäre unvollständig, wenn die Figur des neuen Moses fehlte, des Führers ins gelobte Land, der das Land selbst nicht betreten durfte. Der hatte sich eingestellt in Gestalt Hermann von Salzas, des vierten Hochmeisters des Ordens (1209– 1239).368 Wahrscheinlich hat auch er das gelobte Land Preußen nie betreten.369 Der ← 95 | 96 → Chronist setzte dem überragenden Dirigenten der Anfänge des Ordens ein Denkmal (Chronik I,5; S. 52/53): „Tantum enim exaltatus fuit per eum ordo, quod a seculo non est auditum, quod umquam aliqua religio vel ordo per unum hominem tantum profecerit in hoc mundo. Nec mirum. Tantam enim graciam contulit ei Dominus, quod ab omnibus amaretur et vere posset de ipso dici, quod dilectus esset Deo et hominibus. Habebat dominum papam et imperatorem preter alios principes et magnates in manu sua et ita eorum animos ad se inclinavit, ut, quidquid ab eis pro honore et commodo ordinis sui peteret, impetraret.“ (So sehr wurde nämlich der Orden durch ihn erhoben, wie man es in der Welt noch nie vernommen hat: Niemals wurde eine geistliche Gemeinschaft oder ein Orden durch einen einzelnen Menschen in dieser Welt so gefördert. Kein Wunder! Solche Gnade schenkte ihm Gott, dass er von allen geliebt wurde, und man mit Recht von ihm sagen konnte, er sei Gott und den Menschen lieb. Er hatte den Herrn Papst und den Kaiser wie auch andere Fürsten und...

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