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Preußen als Kreuzzugsregion

Untersuchungen zu Peter von Dusburgs "Chronica terre Prussie</I> in Zeit und Umfeld

Hans Hettler

Die konfliktreiche Landnahme des Deutschen Ordens in der Terra Prussie, dem Lande Preußen, und der folgende Aufbau des Ordensstaates Preußen als eine damals viel bewunderte Institution erfolgten ganz im Geiste der Kreuzzüge. Durchdrungen von der Mission seines Ordens hat der Chronist Peter von Dusburg den Weg dahin im Auf und Ab nachgezeichnet. Dabei gelingen ihm teils bildliche Schilderungen, in denen aber auch die ganze Härte jener ideologisch gesteuerten Konflikte zum Ausdruck kommt. Nicht zuletzt deswegen stieß das Werk in der Neuzeit auf harsche Kritik, die einer angemessenen Einordnung als kulturhistorisches Dokument im Zeithorizont entgegenwirkte. Tatsächlich eröffnet Dusburgs Chronik Einblicke in seltener Fülle in die geistig-religiöse sowie die politische Welt am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert.
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XXX. Der Orden – versetzt

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Zu der umsichtigen Vorbereitung auf politisch-diplomatischem Feld, die Hermann von Salza betrieb, gehörte die erfolgreiche Bemühung bei der Kurie um die Ausschreibung eines Kreuzzugs (Chronik II, 13; S. 96/97). Entsprach der gezielten politischen Vorbereitung die militärische Vorbereitung, bestand außer der Bereitschaft auf der mentalen Seite (aus der Überzeugung von der eigenen Mission) so etwas wie ein strategisches Konzept für die nova bella des Ordens? Vom Autor der Chronik können wir kaum Auskunft erwarten. Er sieht sich vor seinem Stoff als Erzähler, nicht eigentlich als Historiograph. Nicht, dass dem Ordensgeistlichen das Kriegerische zu fern gelegen hätte; im Gegenteil, er lässt sich in seinem Erzähldrang so sehr auf das vorzustellende Ereignis ein, dass sich die Reflexion über Hintergründe und Strategien bei ihm erst gar nicht einstellt. Planungs- und Präfigurationsdenken gehören verschiedenen Sphären an. Andererseits wartet der Chronist mit Beispielen auf, die belegen sollen, dass sich gerade im offenbaren Scheitern des Aktionsplans, z. B. wenn die Truppe den vorgesehenen Weg verfehlt hatte, die rettende Hand der Vorsehung zeigte, die so die wahrscheinliche Vernichtung durch den im Hinterhalt lauernden Feind verhinderte (z B. Chronik III, 331). Es bleibt folglich dem Leser überlassen, sich die Ausgangssituation dieser nova bella klar zu machen, um dann aus dem Gang der Handlung auf die Konzeption zu schließen. Militärisch war der Einmarsch damals, 1211 im Burgenland, offenbar planmäßig vonstatten gegangen. Gewisse Erfahrungen, z. B. die Logistik betreffend lagen also vor. Was die...

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