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Deutsch in Mittelosteuropa nach 1989

25 Jahre Germanistikstudiengänge, Deutschlehrerausbildung, DaF-Lehrwerke und DaF-Unterricht

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Edited By Ellen Tichy and Viktoria Ilse

Die Wende brachte nicht nur für Mittelosteuropa (MOE) einschneidende Veränderungen in politischer wie bildungspolitischer Hinsicht. In vielen dieser Länder war Deutsch nach der Wende eine der wichtigsten Fremdsprachen an Schulen, in der Lehrerausbildung und an den Universitäten. Autorinnen und Autoren aus Estland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und der Republik Moldau beteiligen sich mit insgesamt 18 Beiträgen aus den mittelosteuropäischen Ländern. Thematisch zu gruppieren sind die Beiträge zu den folgenden sechs Schwerpunkten: Studiengänge der Germanistik an Universitäten, die Deutschlehrerausbildung, DaF-Lehrwerke, das Fremdsprachenangebot an Schulen – vor und nach der Wende, Deutsch als Fachsprache und Beiträge, die die allgemeine Entwicklung von Deutsch als Fremdsprache unter diversen Aspekten in ihren Ländern skizzieren.
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Deutsch in der Slowakei nach 1989 – Rahmenbedingungen und Entwicklungen

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Katarína Fedáková & Ingrid Puchalová/ Slowakei

Einführung

Das slowakische Bildungssystem allgemein, der Fremdsprachenunterricht und die Stellung des Deutschen hierzulande wurden von mehreren historischen Begebenheiten beeinflusst. Bis 1918 war die Slowakei ein Teil der Monarchie Österreich-Ungarn. Im Jahre 1918 entstand die Tschechoslowakische Republik mit zwei mehr oder weniger (aus slowakischer Sicht eher weniger) gleichberechtigten Teilen. Von 1945 bis 1989 gehörte sie zu den kommunistischen Staaten und stand daher unter einem starken sowjetischen Einfluss. Seit der Auflösung (offiziell seit dem 1. Januar 1992) des gemeinsamen Staates der Tschechen und Slowaken existiert die selbständige Slowakische Republik als multinationales und multilinguales Land mit mehr als 5 Millionen Einwohnern. Sie trat am 1. Mai 2004 der Europäischen Union bei, deren Fremdsprachenpolitik einen entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts hatte und hat. Einen der Schwerpunkte stellt dabei das Konzept der Mehrsprachigkeit dar. In der Slowakei war die Situation nach 1989 und nach dem EU-Beitritt im Jahre 2004 sehr günstig für eine bessere und realistischere Ausarbeitung und Realisierung dieses Konzepts, das, gemäß des Berichts der Expertenarbeitsgruppe der Europäischen Kommission für die Slowakei (vgl. Profil 2009: 14), als eine interkulturelle Notwendigkeit bezeichnet wurde. Diese positiven Bedingungen ergeben sich aus der Geschichte des Landes, der geographischen Lage sowie aus der Zusammensetzung der Bevölkerung1.

Es wurden nach der Wende mehrere Versuche unternommen, um den Fremdsprachenunterricht effektiver zu gestalten. Die grundlegenden Veränderungen verliefen in vielen Bereichen unter...

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