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Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

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Edited By Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
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Übersetzen mit „Überlegung“? Zur Kleist-Rezeption in GR

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Anastasia Daskaroli1

Am Beispiel des Dramas Der Prinz von Homburg, das mehrfach in griechischer Sprache aufgeführt wurde, möchte der Beitrag exemplarisch darstellen, unter welchen Rezeptionsvoraussetzungen das Werk Heinrich von Kleists in Griechenland bekanntgemacht wurde. Auf der Grundlage des Vergleichs der Übersetzungen von Kostas Karthaios (1938) und Jennny Mastoraki (2008) mit Kleists Text wird einerseits der Versuch unternommen, übersetzungskritisch die Prinzipien und Methoden zu erkunden, die den jeweiligen Übersetzungen zugrundeliegen. Andererseits erschließt der Vergleich zwischen den beiden zeitlich entlegenen Übersetzungen die unterschiedlichen Strategien, mit denen das vielfältige Potential der Kleistschen Sprache und Ästhetik ins Griechische übertragen wird. Die Untersuchung der translatorischen Bedingungen verweist auf eine besonders kreative Rezeption, die dem Kleistschen Werk in Griechenland entgegengebracht wurde.

Heinrich von Kleists Opus hat in Griechenland eine nachhaltige Resonanz erfahren. Bald nach seiner Gründung (1901) hat sich das Königliche Theater in Athen, heute Nationaltheater, für Kleist interessiert: Belegt ist für das Jahr 1906 eine Aufführung des Zerbrochenen Krugs in der Übersetzung von Konstantinos Chatzopoulos (1868–1920)2. Unter den anderen Dramen Kleists gewann als erstes das Schauspiel Prinz Friedrich von Homburg das Interesse der Griechen. Es wurde 1938 ebenfalls am Königlichen Theater aufgeführt, als es unter der Leitung von Kostas Karthaios stand, der selber die Übersetzung dazu vorlegte3. Dies unterliegt keinem Zufall:

Kostas Karthaios/Kώστας Kαρθαίoς (1878–1955) ist das literarische Pseudonym von Kleandros V. Lakon/Kλέανδρoς B. Λάκων, der wie Kleist die mili ← 275 | 276 → tärische...

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