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Sprachen und Kulturen in Inter(Aktion)

Teil 2 – Linguistik, Didaktik, Translationswissenschaft

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Edited By Nikolaos Katsaounis and Renate Sidiropoulou

Transdisziplinäre Sichtweisen werfen interdisziplinäre wissenschaftliche Fragestellungen auf und eröffnen neue Forschungswege. Diesem Anspruch will der vorliegende Sammelband gerecht werden. Durch die Überschneidung der Disziplinen lassen sich Problembereiche der «Sprachen und Kulturen und ihre Interaktion» darstellen, welche die Komplexität der modernen Gesellschaften reflektieren und zu höheren Abstraktionsebenen führen. Die Beiträge beschäftigen sich mit linguistischen Themenbereichen im deutsch-griechischen und anderen Kontexten, Pragmalinguistik, fremdsprachlicher und Multiliteralitätsdidaktik, translatorischen Fragen sowie mit Interkulturalität und Spannungsfeldern v.a. deutsch-griechischer Divergenzen aufgrund der aktuellen politischen Lage.
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Globale Krisen der Finanzmärkte als Krise einer Freundschaft – deutsche und griechische Medienberichterstattung während der Diskussion um europäische Rettungspakete zur Stützung des griechischen Staatshaushaltes, oder: Hört beim Geld die Freundschaft auf?

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Hans Bickes, Eleni Butulussi, Tina Otten, Janina Schendel1

Medien haben entscheidend dazu beigetragen, wie in Deutschland im Jahr 2010 politisch auf den Zusammenbruch des griechischen Staatshaushaltes reagiert wurde. Im theoretischen ← 325 | 326 → Rahmen der Kritischen Diskursanalyse verfolgt ein griechisch-deutsches Forschungsprojekt in verschiedenen Teilprojekten die medialen Diskurse anhand ausgewählter deutscher und griechischer Medien zu Beginn der griechischen Finanzkrise. Exemplarisch werden typische Analysestränge und Ergebnisse zum Zeitraum zwischen Februar bis Juni 2010 vorgestellt und in ihren Auswirkungen diskutiert.

Die seit 2007 deutlich sichtbare internationale Krise der globalen Finanzmärkte mit dem drohenden Bankrott zahlreicher Kreditinstitute erlebte 2009 eine weitere Zuspitzung durch den Zusammenbruch des griechischen Staatshaushaltes. Obwohl dieser sich für Kenner bereits viele Jahre zuvor abzeichnete2, gaben sich Medien, Finanzwelt und Politik völlig überrascht. Da Griechenland über Wirtschaftsbeziehungen (insbesondere auch im Rüstungsbereich) und Kredite in vielerlei Hinsicht mit europäischen Finanzmärkten verschränkt ist, geriet die durch die Bankenkrise der Vorjahre bereits destabilisierte europäische Gemeinschaftswährung in ernste Gefahr, zudem auch weitere Mitgliedsstaaten der EU nahe am Staatsbankrott operieren. EU und Internationaler Währungsfonds beschlossen nach erbitterten Debatten in einzelnen Mitgliedsstaaten ein Rettungspaket, das u.a. Soforthilfe in Form von Krediten in beträchtlichem Umfang mit unterschiedlicher Beteiligung einzelner Länder umfasste. Hauptempfänger war Griechenland, aber alsbald wurden weitere Rettungspakete für die gesamte Eurozone geschnürt.

Die öffentliche Debatte im ersten Halbjahr 2010, vor allem in Deutschland, lief über weite Strecken darauf hinaus, Griechenland einen beträchtlichen Anteil...

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