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Identität und Alterität

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Edited By Joanna Flinik and Barbara Widawska

Der Leitgedanke dieser Publikation ist die komplexe Frage nach der nationalen, kulturellen und persönlichen Identität. Welche Identitätsmodelle werden angeboten? Wie bildet sich die Identität im Spannungsfeld des Anderen und inwiefern ist das Andere bei der Herauskristallisierung der Identität notwendig? Bei einzelnen Fragestellungen zu Identität und Alterität geht es um eine Erforschung der Wechselbeziehung, die sich sowohl bei der Wahrnehmung von Fremdheit bzw. Anderssein manifestiert, als auch von Strategien der individuellen und kollektiven Selbstbestimmung beeinflusst wird. Die Studie diskutiert Identität und Alterität aus literatur- und kulturgeschichtlicher Sicht anhand von Künstlerbiographien, nationalen und kulturellen Symbolen, der Erfahrung von Heimat und Migration, der Wahrnehmung deutsch-polnischer Grenzregionen bis hin zu Sciencefiction-Inszenierungen und zeigt, dass Identität als Begriff sowohl für literatur- und kulturwissenschaftliche als auch für historische Analysen vonnöten ist.
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Räumliche Verortung als kulturelles Identitätskonstrukt in der Frühen Neuzeit

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Jede geographische Provinz hat ihre eigene Topographie, ihre eigene Geschichte und eigene Kultur. Gemeinsam ist allen Regionen eine Zugehörigkeit zu einem bestimmten politischen System, das die innere soziale Struktur prägt. In einem geographisch abgegrenzten Raum spielt sich ein weitgespanntes menschliches Leben ab, mit allen seinen Bereichen. Das individuelle Schicksal mit seiner Aufspannung zwischen Geburt und Tod und das gesellschaftliche Leben mit den verschiedenen Bereichen seiner Aktivitäten – wie z.B. Machtausübung, Arbeit und kreative Kulturgestaltung – bilden eine ständige Spannung zwischen individuellen Bedürfnissen und sozialen Ansprüchen. Allerdings deckt sich das gesellschaftliche Leben teilweise mit dem individuellen Schicksal und wird auf einer metaphysischen Ebene für das menschliche Schicksal im Allgemeinen transparent. Die geschichtliche Entwicklung ergibt sich daraus, dass der Zeitbegriff berücksichtigt wird und daher Tendenzen diachronisch dargestellt werden: „Die Vergangenheit nun, das ist unsere These, entsteht überhaupt erst dadurch, dass man sich auf sie bezieht“1. Das Vergangene, das erinnert werden soll, ist für die Gegenwart fremd. Daher ist es notwendig die alten „Zeugnisse“ zu erschließen und durch die „Differenz zum Heute“ neu zu bestimmen: „Jeder tiefere Kontinuitäts- und Traditionsbruch kann zur Entstehung der Vergangenheit führen, dann nämlich, wenn nach solchem Bruch ein Neuanfang versucht wird“2.

In der Frühen Neuzeit wurden die Kenntnisse durch die antike Kulturrezeption und durch die christliche Anthropologie vorbestimmt. In diesem Spannungsfeld etablierte sich die frühneuzeitliche Dokumentation des Wissens. Sie lässt sich nicht lückenlos erschließen. Das...

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