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Identität und Alterität

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Edited By Joanna Flinik and Barbara Widawska

Der Leitgedanke dieser Publikation ist die komplexe Frage nach der nationalen, kulturellen und persönlichen Identität. Welche Identitätsmodelle werden angeboten? Wie bildet sich die Identität im Spannungsfeld des Anderen und inwiefern ist das Andere bei der Herauskristallisierung der Identität notwendig? Bei einzelnen Fragestellungen zu Identität und Alterität geht es um eine Erforschung der Wechselbeziehung, die sich sowohl bei der Wahrnehmung von Fremdheit bzw. Anderssein manifestiert, als auch von Strategien der individuellen und kollektiven Selbstbestimmung beeinflusst wird. Die Studie diskutiert Identität und Alterität aus literatur- und kulturgeschichtlicher Sicht anhand von Künstlerbiographien, nationalen und kulturellen Symbolen, der Erfahrung von Heimat und Migration, der Wahrnehmung deutsch-polnischer Grenzregionen bis hin zu Sciencefiction-Inszenierungen und zeigt, dass Identität als Begriff sowohl für literatur- und kulturwissenschaftliche als auch für historische Analysen vonnöten ist.
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Zur Rhetorik der Identität in den Sciencefiction Romanen von Charlotte Kerner am Beispiel von Blueprint. Blaupause (1999) und Kopflos. Der Roman um ein wissenschaftliches Experiment (2008)

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Vorbemerkung

„Alles schien erträglicher zu sein als der Tod.“1 Diese Worte stammen aus Charlotte Kerners2 Kopflos. Der Roman um ein wissenschaftliches Experiment ← 149 | 150 → und beziehen sich auf die Problematik beider Romane, die sich im Zentrum der vorliegenden Ausarbeitung befinden. Charlotte Kerner, die in ihren Texten mehrmals die Fragen der medizinischen Experimente und insbesondere der Fortpflanzungsmedizin und Transplantationen, die an die Grenzen der Medizin führen, und ihrer ethischen Auswirkungen aufgegriffen hat, greift auch diesmal nach diesem Stoff, um am Beispiel ihrer Protagonisten Szenarien durchzuspielen, die in der nächsten Zukunft Realität werden können. Dabei geht es nicht um ein thematisches Novum.3 Es versteht sich von selbst, dass es eine Reihe von Texten zeitgenössischer Autoren gibt, in denen Fragen der „Genetisierung der Gesellschaft“4 und Manipulierbarkeit des Lebens von grundlegender Bedeutung sind. Als Beispiele können in diesem Kontext außer Kerners erstem Sciencefiction Roman für junge Leser Geboren 1999 (1989) die Texte von Michael Crichton Dinopark (1990), Birgit Rabisch Duplik Jonas 7 (1992) und Unter Markenmenschen (2002) oder Andreas Eschbach Perfect Copy. Die zweite Schöpfung (2003) dienen. Vor dem Hintergrund des großen Interesses der deutschsprachigen Literatur an diesem Thema soll ausdrücklich betont werden, dass „[e]ine führende Rolle in dieser literarischen Auseinandersetzung mit den Fragestellungen einer von den Biotechnologien überformten Zukunft Jugendbüchern zu[kommt]“5. Aus diesem Grund wurden für die Zwecke der vorliegenden Ausarbeitung zwei Texte von Charlotte Kerner ausgewählt: der...

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