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Steiner neu lesen

Perspektiven für den Umgang mit Grundlagentexten der Waldorfpädagogik

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Ernst-Christian Demisch, Christa Greshake-Ebding and Johannes Kiersch

Die Anthroposophie Rudolf Steiners wird gegenwärtig neu erforscht, als historisches Phänomen ebenso wie als Impulsgeber für aktuelle Projekte in vielen Lebensfeldern. Dabei geht es auch um ein sachgemäßes Verstehen der zugrunde liegenden Quellentexte. Dieses Buch beleuchtet die dabei zu lösenden, bisher übersehenen hermeneutischen Probleme. Es diskutiert die besonderen Ausdrucksmittel, die Steiner in seinen Schriften und Vorträgen verwendet, revidiert die verbreitete Ansicht, dass es sich bei anthroposophischen Einsichten um ein Faktenwissen im Sinne empirischer Forschung der üblichen Art handle, und eröffnet damit Perspektiven für einen undogmatischen, offenen Umgang mit dem bis heute umstrittenen Werk des Pädagogen und Lebensreformers.
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Steiner und sein Instrument, die deutsche Sprache: Welche Saiten des Bewusstseins schlägt sie an?

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Christa Greshake-Ebding

Jeder Künstler sucht sich für das, was er zum Ausdruck bringen will, eine geeignete Form – nach Möglichkeit eine Form, die durch sich selbst schon Teil der Botschaft ist. Bei Steiner können wir davon ausgehen, dass er das nicht anders gehandhabt hat.

Meine Grundüberlegung ist folgende: Der anthroposophische Weg zur Erkenntnis tieferer Zusammenhänge zwischen Mensch und Welt, Mensch und Universum ist ein sprachlicher. Es sind nicht körperliche Übungen oder Atemübungen, die das Bewusstsein des sinnlich erlebenden Ichs erweitern sollen, sondern es ist die Sprache selbst, die den Menschen im vollen Bewusstsein seiner selbst dazu führt, tiefer in Zusammenhänge vorzudringen, die sich dem modernen wissenschaftlichen Zugang so noch nicht erschließen. Man kann solche Erkenntnisse in Sprache über Märchen, Gleichnisse, Mythen und Geschichten vermitteln – über Bilder. Die Sprache ist aber auch selbst Bild. Sie drückt einen Gedanken aus und erzeugt durch ihre Art die Welt zu sehen gleichzeitig ein geistiges Bild. Es ist die deutsche Sprache, die in ihren Bildern und in ihren Formen sehr gut geeignet ist nicht-sinnliche Wahrnehmungen zu erinnern. Meine Überlegungen möchte ich nun durch Darlegungen zur Sprache und dann zur deutschen Sprache nachvollziehbar machen.

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