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Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

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Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
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Guang Sheng

← 62 | 63 → Guang Sheng (1876-1963)

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Literat, Revolutionär und Pädagoge. 1907-1911 studierte er in Japan und lernte Chen Duxiu kennen. Nach der Rückkehr aus Japan war er als Rektor und später als Schulleiter tätig. Während der Neuen Kulturbewegung verfasste er viele Artikel für die Neue Jugend, um die Verbreitung der Demokratie in China zu unterstützen.

Der politische Zustand eines Staates spiegelt den Geist dessen Volkes wider. Ein Staat muss sich danach orientieren, was sein Volk plant, wonach es sich richtet und was es braucht. Der politische Zustand ist das Ergebnis dieser Orientierung. Wir nennen das, was ein Volk plant, wonach es sich richtet und was es braucht, „den Geist eines Volkes“. Politologen nennen es auch „den Charakter eines Volkes“, nämlich die Gedanken eines Volkes. Die Gedanken eines Volkes sind vor allem geprägt durch die zugehörige Nationalität, die Topographie, das Klima, die Ideologie, die Politik und die Religion. Da die jeweiligen prägenden Faktoren ihre Vor- und Nachteile haben, enthalten die Gedanken eines Volkes demzufolge auch ihre Stärken und Schwächen. China ist ein altes Land mit einer Zivilisation von Jahrtausenden, verfügt über 1/13 des globalen Festlandes, 1/4 der Weltbevölkerung, hat in der Geschichte zigmal Dynastiewechsel erlebt und war der Aggression und Verwüstung der Hunnen, Kitanen, Mongolen und Mandschuren ausgesetzt, ohne vom Zerfall bedroht zu werden. Das chinesische Volk kann stolz darauf sein, dass sich China aufgrund der Tradition ständig erneuert hat und nun als die einzige ununterbrochene...

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