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Kritische Chinabilder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Zeitgenössische Essays und Vorträge von Chinesen mit Urteilen über ihr Heimatland

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Xiuli Jin

Das Chinabild der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist kompliziert. Die komplexe Situation mit politischer und wirtschaftlicher Unruhe voller Umbrüche und Neuordnungen wurde zeitgleich der Nährboden für explodierende kritische Stimmen aus verschiedenen sozialen Lagern. Das Buch vermittelt ein sowohl literarisch als auch soziologisch, philosophisch und politisch nicht uninteressantes Chinabild ins Deutsche, dem bis dato keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt worden ist, durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Beiträgen in einer kommentierten Übersetzung.
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Zou Taofen

← 138 | 139 → Zou Taofen (1895-1944)

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Journalist, Politikkommentator und Verleger. 1919 begann er mit dem Studium der Geisteswissenschaft an der St. John’s Universität in Shanghai. 1926 wurde er Herausgeber der Wochenzeitschrift Das Leben, mit der er gegen die soziale Ungerechtigkeit, das inländische Kriegsgetümmel und die japanische Invasion kämpfte. 1933 nahm er an der chinesischen Liga für Menschenrechte teil und musste bald vor politischer Verfolgung ins Ausland fliehen.

Nachahmung ist eigentlich keine schlechte Sache. Ganz im Gegenteil: Sinnvolle, dem Bedarf entsprechende Nachahmung im kleinen Umfang ist eine sehr gute Sache. Man ahmt z.B. ausländische Produkte nach, um die eigenen Lücken zu schließen; man ahmt die Stärke des Heeres und der Marine nach, um die nationale Verteidigung zu verstärken; man ahmt gute Eigenschaften nach, um die Kultivierung von Körper und Geist zu fördern. Ist das denn nicht gut? Jedoch hat eine unsinnige Nachahmung etwas Widerliches an sich.

Seitdem die Bände Hu Shi Wen Cun [Sammelwerk von Hu Shi] erschienen sind, gibt man hier das Werk Zhang San Wen Cun und dort das Werk Li Si Wen Cun heraus, als ob einem bei der Herausgabe des Werkes kein anderer Buchtitel mehr einfallen würde als „X X Wen Cun“ [Sammelwerk von X X]! Ich finde das wirklich widerlich! Diese unkreativen „Kulturpäpste“ können, wie ich befürchte, zwar „schreiben“, aber kein „richtiges Werk“ schaffen!

Darüber hinaus gibt es viele Gelehrte, die gern andere Gelehrte nachahmen. Sobald jemand einen...

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