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Die Eingemeindungen in die Stadt Kiel (1869–1970)

Gründe, Probleme und Kontroversen

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Julian Freche

Die Untersuchung der Eingemeindungen Kiels hat zwei wichtige Ziele. Zum einen wird eine Gesamtübersicht aller Eingemeindungen in die Stadt erstellt. Zum anderen wird die Stadt mit anderen Teilen Deutschlands verglichen, um aufzuzeigen, ob die Entwicklung Kiels typisch war. Zuerst wird in einer Übersicht die Eingemeindungspolitik in Deutschland im Verlauf von zwei Jahrhunderten kurz dargestellt. Anschließend erfolgt erstmalig die Darstellung aller Eingemeindungen in chronologischer Reihenfolge. Die wichtigsten Quellen sind dem Stadtarchiv Kiel entnommen, anhand derer die Entscheidungsprozesse der Verwaltung und der politischen Entscheidungsträger umfassend untersucht werden. Die Arbeit stellt die These auf, dass Kiel den typischen Verlauf von Eingemeindungen in Deutschland aufweist.
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7 Kommunale Gebietsreform

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Die bisher letzten Eingemeindungen in die Stadt Kiel fanden 1970 statt und betrafen die Gemeinden Russee, Rönne, Meimersdorf, Moorsee und Wellsee. Diese Eingemeindungen wurden durch das Zweite Gesetz einer Neuordnung von Gemeinde- und Kreisgrenzen sowie Gerichtsbezirken271 geregelt. Es gab zwar auch hier im Vorfeld Verhandlungen, aber die wichtigsten Bestimmungen wurden von der Landesregierung vorgegeben. Insgesamt wurden zwischen 1969 und 1973 vier Gebietsneuordnungsgesetze erlassen, die in ihrer Gesamtheit eine kommunale Gebietsreform ergaben.272 Hier wird nur eine grobe Übersicht über die Grundlagen, Ziele und Bestimmungen der Reform betrachtet, da eine detaillierte Analyse zu weit gehen würde und nur ein kleiner Teil der Reform die Stadt direkt betraf. Anschließend werden die einzelnen Gemeinden betrachtet und der Verlauf der Eingemeindung dargestellt.

7.1 Übersicht über die Gebietsreform

Die Reform war durch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg notwendig geworden.273 Das Wachstum der Industrie und der gleichzeitige Schwund der Landwirtschaft hatte die Bevölkerungsverteilung in Schleswig-Holstein nachhaltig verändert. Zusätzlich wurden die Gemeinden damit konfrontiert, dass ihre Bewohner zunehmend bisher den Städten vorbehaltene Einrichtungen forderten. Dazu gehörte auch die Versorgung mit fließendem Wasser, die in Schleswig-Holstein 1970 flächendeckend sichergestellt war. Die kleineren Gemeinden versuchten, diese neuen Aufgaben, die große Kosten verursachten, im Verbund mit anderen Gemeinden zu erfüllen. Dennoch waren die Kommunen mit den neuen Aufgaben teilweise überfordert.

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