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Vielfalt des Übersetzens

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Peter Colliander and Doris Hansen

Die Beiträge thematisieren die unterschiedlichsten Aspekte des Übersetzens und schlagen Brücken zwischen Theorie und Praxis. Bei der Zusammenstellung der Beiträge lag den Herausgebern, die selbst erfahrene Übersetzer sind, daran zu demonstrieren, wie viele und wie unterschiedliche Faktoren beim Übersetzen eine Rolle spielen. Hierbei ist ihnen wichtig, diese Aspekte vor dem Hintergrund der Textsorte und anderer Charakteristika des zu übersetzenden Textes zu behandeln. So sind sowohl literarisches Übersetzen als auch das Übersetzen von Fachtexten vertreten. Dabei ist Deutsch entweder als Ausgangs- oder als Zielsprache beteiligt, als zweite Sprache sind Latein, Portugiesisch, Polnisch, Türkisch und Dänisch vertreten.
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Skoposadäquates literarisches Übersetzen. Einige Bemerkungen zur Freiheit des Translators

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Zehra Gülmüş

Funktionalistische Übersetzungstheorien, deren Grundstein mit der von Reiß/Vermeer in den 80er Jahren ausgeführten „Skopostheorie“ gelegt wurde, dominieren in modernen translationswissenschaftlichen Diskussionen um die „richtige“ Übersetzungsmethode. Sonach entscheidet allein der Translationszweck bzw. das Translationsziel, der sog. „Skopos“ über das zu wählende Übersetzungsprinzip. Der Ausgangstext ist nach Reiß/Vermeer nicht mehr als ein bloßes „Informationsangebot in einer Zielkultur und -sprache über ein Informationsangebot in einer Ausgangskultur und -sprache“ (Reiß/Vermeer 1991: 119). Das erstellte Translat ist nicht durch „Äquivalenz“, sondern durch „Adäquatheit“ ausgezeichnet, will heißen „eine syntaktisch, semantisch und pragmatisch dem andersartigen Leser(kreis) angemessene Sprachzeichenwahl.“ (1991: 137) Da die Funktion einer Translation sich ändern kann, ist es auch möglich, dass es mehrfache, verschiedene Translate zu ein und demselben Ausgangstext gibt. Dieses Translationsprinzip soll nach Vermeer „für alle Fälle von Translation“ (1989: 31) gelten. Damit wird der traditionell bei literarischen Übersetzungen erhobene Anspruch, dass beim Translat das „Verfremdende“ (nach Schleiermacher; vgl. hierzu Stolze 2001: 29) wahrnehmbar bleibt, entwertet, es sei denn, der Übersetzungsauftrag erfordert eben dies; vgl. Vermeer 1989: 130).

In moderneren Theorien, wie z. B. der Handlungstheorie von Justa Holz-Mänttäri (1984), wird die „Skopostheorie“ noch zugespitzt. Sonach gibt es nicht einmal einen Ausgangstext mehr.

Eine differenziertere Betrachtung erfolgt bei Christiane Nord. Nach Nord ist der Translator „bilateral“ gebunden, nämlich an den

Ausgangstext und an die Ziel(text)situation, und er trägt Verantwortung sowohl gegenüber dem AT-Sender...

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