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Vielfalt des Übersetzens

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Edited By Peter Colliander and Doris Hansen

Die Beiträge thematisieren die unterschiedlichsten Aspekte des Übersetzens und schlagen Brücken zwischen Theorie und Praxis. Bei der Zusammenstellung der Beiträge lag den Herausgebern, die selbst erfahrene Übersetzer sind, daran zu demonstrieren, wie viele und wie unterschiedliche Faktoren beim Übersetzen eine Rolle spielen. Hierbei ist ihnen wichtig, diese Aspekte vor dem Hintergrund der Textsorte und anderer Charakteristika des zu übersetzenden Textes zu behandeln. So sind sowohl literarisches Übersetzen als auch das Übersetzen von Fachtexten vertreten. Dabei ist Deutsch entweder als Ausgangs- oder als Zielsprache beteiligt, als zweite Sprache sind Latein, Portugiesisch, Polnisch, Türkisch und Dänisch vertreten.
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Mentales Handeln im Spiegel sprachlicher Äußerung Eine nichtübertragbare Textpassage in Caesars „Gallischem Krieg“

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Ursula Offermann

Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist ein Ausschnitt aus einem der seltenen Texte der römischen Antike, mit denen Politiker selbst ihre Taten überliefert haben. Der Autor Gaius Julius Caesar wurde i. J. 100 v. Chr. in Rom geboren, durchlief die politische Ämterlaufbahn und wurde i. J. 60 v. Chr. zum Konsul ernannt, d. h. er hatte für ein Jahr zusammen mit einem zweiten Amtskollegen die höchste Macht im Staat inne. Danach wurde er Statthalter in den beiden gallischen Provinzen Roms. Obwohl Caesar in der Ausübung dieses politischen Amtes dem Gesetz nach nicht eigenmächtig Krieg führen durfte, unternahm er einen Eroberungskrieg gegen Gallien, den er als Verteidigungskrieg tarnte. Seine Taten hat er in seinem Werk Commentarii de bello Gallico (abgekürzt BG), d. h. „Erinnerungsprotokolle über den Gallischen Krieg“, niedergeschrieben. Der Text ist als institutionell in doppeltem Sinn anzusehen: Die außerhalb des Römischen Reiches agierenden Gouverneure und Strategen waren verpflichtet, regelmäßig dem Senat in Rom, dem obersten politischen Gremium, über die Lage zu berichten. Diese Berichte wurden vorgelesen. Die zweite institutionelle Seite des Textes ist seine Rezeption heute in den Institutionen Schule und Universität, eine Rezeption, die andere Zwecke als die historische verfolgen muß. Es bestehen jedoch begründete Zweifel daran, diesen Text als reine Erinnerungsprotokolle zu klassifizieren, obwohl die sprachliche Oberfläche des Textes den Hörer auf Objektivität der Dargestellung hinlenkt: in schmucklosem Stil und prägnanter Kürze schildert Caesar sein eigenes Handeln und...

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