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Nachhaltiger Tourismus in Subsahara-Afrika

Anspruch und Wirklichkeit eines neuen Konzepts zur Armutsminderung- Das Beispiel Namibia

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Nico Beckert

Viele Länder Subsahara-Afrikas verfügen über große Tourismuspotenziale. Doch können sie zur Entwicklung und Armutsminderung beitragen? Ein neuer Entwicklungsansatz verfolgt dieses Ziel. Dabei soll die ländliche Bevölkerung aktiv zum Naturschutz beitragen. Im Austausch erhält sie Nutzungsrechte und soll befähigt werden, die Tourismuspotenziale wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Autor untersucht die vielschichtigen Rahmenbedingungen und Problemfaktoren dieses Ansatzes in Namibia. Er deckt die unterschiedlichen Interessenslagen maßgeblicher Akteure auf und belegt, wie sie dem Erfolg des Programms im Wege stehen. Anhand dieser Analyse zeigt er praktikable Handlungsoptionen zur Überwindung problematischer Aspekte auf.
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9 Handlungsoptionen zur Überwindung der Hinderungsfaktoren

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9Handlungsoptionen zur Überwindung der Hinderungsfaktoren

Mit den Akteursinteressen und Strukturen des namibischen CBNRM-Programms wurden die Ursachen für die Hinderungsfaktoren aufgedeckt. Um realistische Handlungsoptionen zur Überwindung dieser Faktoren aufzuzeigen und das Programm zu einem armutsmindernden Mechanismus umzugestalten, stellt sich abschließend folgende Frage:

Welche Akteure (oder Bündnisse zwischen Akteuren) haben ein Interesse an der Überwindung der Hinderungsfaktoren, und über wie viel Einfluss verfügen sie, um ihr Interesse gegen das (welcher) anderer Akteure durchzusetzen441?

Zur Beantwortung dieser Frage sind zunächst die Interessen der unterschiedlichen Akteure auf Überschneidungen zu untersuchen (vgl. Tabelle 1). Die Analyse zeigte auf, dass die Geber einem oberflächlichen Entwicklungsparadigma folgend handeln und Naturschutzziele mit größerem Elan verfolgt wurden. Durch diese Vorgehensweisen stehen nicht die Interessen der Conservancies im Mittelpunkt ihres Handelns. Die NGOs haben das primäre Interessen, finanzielle Beihilfen von Gebern anzuwerben. Sie sind in ihrem Fortbestehen auf diese Gelder angewiesen. Dementsprechend sind sie eher als Dienstleister der Geber denn als Dienstleister der Conservancies zu betrachten. Für den Staat wurde das Interesse dargelegt, Einnahmen aus Konzessionen zu erzielen. Aufgrund finanzschwacher Conservancies ist dies nur in Zusammenarbeit mit den angestammten Tourismus-Unternehmen möglich. Gleichzeitig wurde aufgezeigt, dass ein staatliches Tourismus-Unternehmen (NWR) mit großem finanziellen Aufwand unterstützt wird. An dieser Stelle könnte zwar argumentiert werden, dass die Conservancies in einem Konkurrenzverhältnis zum staatlichen Tourismusdienstleister (NWR) stehen, der Staat also kein Interesse an einem Entstehen erfolgreicher Conservancies haben kann. Darauf deuten die hohen Summen...

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