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GEISTESwissenschaften – IdeenGESCHICHTE

Festschrift für Helmut Reinalter zum 70. Geburtstag

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Edited By Josef Wallmannsberger

Theorien der Geisteswissenschaften und Ideengeschichte definieren zentrale Momente des gelehrten Lebenswerks von Helmut Reinalter, dessen leitendes wissenschaftliches Motiv in der konsequenten Vernetzung rigoroser fachbasierter Forschung mit transdisziplinären Perspektivierungen und geistesgeschichtlichen Genealogien gefunden werden kann. Die Beiträge der Festschrift zum 70. Geburtstag des Jubilars situieren sich in diesem spezifischen Problemkontext, Innovationen und Impulse des Œuvres von Helmut Reinalter aufnehmend, kontrastierend und kontrapunktierend, im Sinne eines kritischen Dialogs in aufklärerischer Absicht.
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Legitimation durch Reflexivität (Am Beispiel der reflexiven Semiologie de Saussures): Dimitri Ginev

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Legitimation durch Reflexivität (Am Beispiel der reflexiven Semiologie de Saussures)

Dimitri Ginev

I.

Nach der Aktualität der historischen Aufklärung suchend, stellt Professor Helmut Reinalter fest, dass die heutigen Kritiker der aufklärerischen Vernunft den Ideen des 18. Jahrhunderts gleich stark verpflichtet sind, wie diejenigen, die nach einer Weiterentwicklung dieser Ideen streben. Er macht keinen Hehl aus seiner Sympathie für die „mittleren Positionen“, die die Traditionen der Aufklärung insgesamt positiv einschätzen, ohne aber ihre Defizite (z.B. den Mangel an Reflexivität) zu vernachlässigen. (Reinalter 2000) Der Diskurs einer positiven Vernunftkritik, der mit diesen Positionen einhergeht, hat auch zahlreiche Konsequenzen für die (Überwindung der) Orientierungskrise der Geisteswissenschaften, von der man oft in der einschlägigen Literatur die Rede ist.

An die Feststellung anknüpfend, dass viele von den tragenden Einstellungen der historischen Aufklärung heutzutage in Frage gestellt sind, möchte ich in diesem Beitrag nicht die philosophische Tragweite des Reflexivitätskonzepts (wie es in den Positionen der positiven Vernunftkritik ausgearbeitet wird) eruieren, sonderen eher aus dem Hinterfragen eines wissenschaftstheoretischen Aspekts der Reflexivität ein neues Thema machen. Es handelt sich um die reflexiven Forschungsprogramme der Geisteswissenschaften. Es geht um das Thema der der geisteswissenschaftlichen Forschung immanenten Reflexivität, durch welche die Geisteswissenschaften Partei in der Debatte über das Erbe der historischen Aufklärung ergreifen können. Denn es liegt auf der Hand, dass das (wissenschaftstheoretisch elaborierte) Rationalitätsmodell reflexiver Forschung mit der reflexiven Vernunft im...

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