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Morgenland und Moderne

Orient-Diskurse in der deutschsprachigen Literatur von 1890 bis zur Gegenwart

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Axel Dunker and Michael Hofmann

Die Ereignisse nach dem 11. September 2001 und die jüngsten gesellschaftlichen Umbrüche im Nahen Osten, der Irak-Krieg, der Bürgerkrieg in Syrien, der fortdauernde Konflikt in Afghanistan, aber auch die interkulturellen Probleme innerhalb Deutschlands machen deutlich, wie wichtig die Bilder und Vorstellungen sind, die sich der «Westen» vom traditionell auf den Begriff des «Orients» gebrachten Nahen und Mittleren Osten macht. Die Beiträge dieses Bandes geben Aufschlüsse über das Verhältnis von Identität und Alterität, von Selbst- und Fremdbildern im Verhältnis der deutschen Kultur und Gesellschaft zum «Orient».
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Stefan Hermes: „Guten Morgen, Afghanistan!“ Der Bundeswehreinsatz am Hindukusch als literarisches Sujet

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Anders als die Türkei, die arabischen Länder, der Iran oder auch Indien und China zählt Afghanistan nicht zu den Weltregionen, auf die sich die orientalistischen Projektionen europäischer Autoren vornehmlich gerichtet haben.1 Detaillierte Schilderungen des für westliche Ausländer nur schwer zugänglichen Territoriums und seiner Bevölkerung, an deren dauerhafter Unterwerfung sowohl Briten als auch Russen im 19. und 20. Jahrhundert katastrophal scheiterten, sind vergleichsweise selten geblieben; zu nennen wären etwa Robert Byrons legendärer Reisebericht The Road to Oxiana (1937), Eric Newbys A Short Walk in the Hindu Kush (1958), Peter Levis The Light Garden of the Angel King. Travels in Afghanistan with Bruce Chatwin (1972) und die Texte der Schweizerin Annemarie Schwarzenbach.2 Indes ist das Interesse an Afghanistan zuletzt rapide angewachsen, ← 221 | 222 → wovon unter anderem der enorme Erfolg zeugt, den Khaleid Hussei­nis Roman The Kite Runner (2003) – Marc Forsters Verfilmung kam 2007 in die Kinos – nicht allein in den Vereinigten Staaten, sondern auch in Europa hatte.3 Dieser Umstand ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass seit nunmehr einem Jahrzehnt (und wohl noch bis 2014) neben US-amerikanischen und kanadischen Truppen auch Kontingente aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien und zahlreichen weiteren Staaten am Hindukusch stationiert sind, um die von 1996 bis 2001 regierenden Taliban zu bekämpfen und, so jedenfalls die Zielvorgabe, den Aufbau stabiler demokratischer Strukturen zu ermöglichen.4

Im weiteren Verlauf soll es freilich nicht darum gehen, das Für und Wider dieses heftig umstrittenen...

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