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Die soufflierte Stimme: Text, Theater, Medien

Aufsätze 1979-2012

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Helga Finter

Ist die Stimme nur Toninstrument für Sprache oder ist ihr Klang selbst signifikant? Wer spricht, was singt in einer Stimme? Welche Rolle spielt ihre Theatralisierung für Subjekt-, Körper- und Sprachkonzepte? Wie schafft Stimme Präsenz? Wie eine Signatur? Wie wird ein Ursprung der Stimme, wie Audiovision dramatisiert? Welchen Einfluss hat der Einsatz von Mikrofon, Lautsprecher, Sound-Design? Was bewirken Aufzeichnungstechnologien? Welche Rolle haben akusmatische Stimmen? Was kennzeichnet eine Ethik der Stimme, eine Stimm-Politik? Wie verhält sich die poetische zur Autorenstimme? Auf solche Fragen antwortet dieser Band mit Analysen der Praxis von (experimentellem) Theater, Oper, Tanz, Medien, wie auch von poetisch strukturierten Texten, die performativ eine Ästhetik der Stimme entwerfen.
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Die Passionen der unmöglichen Leidenschaft: Eine Annäherung an die Welt der Marguerite Duras

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Seit mehr als vierzig Jahren schreibt sie Bücher, vor allem Romane. Bevor sie selbst Filme drehte, verhalfen ihre Szenarien vielen Regisseuren zu Welterfolgen, so Alain Resnais mit Hiroshima, mon amour oder Peter Brook mit Moderato cantabile. Doch noch beim fünfzehnten Jahrestag von Hiroshima, so erzählt sie, hatte der Produzent geglaubt, auf den Plakaten zum Film auf ihren Namen verzichten zu können.

Seit Jahren hat ihr Theater eine treue Gemeinde, die sich in den jeweiligen Theatern des Ensembles von Madeleine Renaud und Jean-Louis Barrault trifft, zuerst im Théâtre de l’Odéon, dann im Théâtre d’Orsay und jetzt im Théâtre du Rond Point, einem ehemaligen Eispalast an den Champs-Elysées. Dort inszeniert sie ihre Stücke selbst oder lässt sie von Regisseuren wie Claude Régy in Szene setzen, nachdem sie mit ihnen die Schauspieler und die Bühnenbildner ausgesucht hat.

Marguerite Duras hatte so mit Büchern, Filmen und Theater eine eigene Welt geschaffen, die lange vor dem Bestsellererfolg ihrer autobiographischen Erzählung Der Liebhaber jedes neue Werk der Duras mit Spannung erwarten ließ. Denn die, die seit Jahren ihre Bücher, ihre Filme, ihr Theater lieben, fasziniert vor allem auch ein Kosmos, dem die Geschichte der ersten Leidenschaft der fünfzehneinhalbjährigen Marguerite im französischen Saigon nur noch die biographische Motivation hinzufügte: Sie kennen die Mutter, die gegen den Ozean Deiche errichtete, schon seit langem aus dem Roman Le Barrage contre le Pacifique wie aus dem...

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