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Die soufflierte Stimme: Text, Theater, Medien

Aufsätze 1979-2012

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Helga Finter

Ist die Stimme nur Toninstrument für Sprache oder ist ihr Klang selbst signifikant? Wer spricht, was singt in einer Stimme? Welche Rolle spielt ihre Theatralisierung für Subjekt-, Körper- und Sprachkonzepte? Wie schafft Stimme Präsenz? Wie eine Signatur? Wie wird ein Ursprung der Stimme, wie Audiovision dramatisiert? Welchen Einfluss hat der Einsatz von Mikrofon, Lautsprecher, Sound-Design? Was bewirken Aufzeichnungstechnologien? Welche Rolle haben akusmatische Stimmen? Was kennzeichnet eine Ethik der Stimme, eine Stimm-Politik? Wie verhält sich die poetische zur Autorenstimme? Auf solche Fragen antwortet dieser Band mit Analysen der Praxis von (experimentellem) Theater, Oper, Tanz, Medien, wie auch von poetisch strukturierten Texten, die performativ eine Ästhetik der Stimme entwerfen.
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Was singt? Macht des Wortes, Macht der Stimme

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In einem der wenigen Interviews, welche die jüngst verstorbene Pina Bausch vor vielen Jahren gegeben hatte, wurde sie gefragt, warum in ihrem Tanztheater so wenig getanzt werde. Wie man sich bewege, so war die Antwort, interessiere sie weniger, als vielmehr, was bewege. Eine ähnliches Interesse, nun den Einsatz der Stimme betreffend, scheint in den letzten zwei Jahrzehnten auch Ausgangspunkt vieler Recherchen im Bereich des neuen Musik- bzw. Sprechtheaters gewesen zu sein, betrachtet man beispielsweise die Inszenierungen bzw. szenischen Projekte von Komponisten und Regisseuren wie Christoph Marthaler und Heiner Goebbels oder von bildenden Künstlern wie Robert Wilson und Romeo Castellucci. Ihre Arbeiten, die keiner Sparte im engeren Sinne zuzuordnen sind, loten die Grenzen der Genres aus, um so ein anderes Theater zu entwerfen, ein Theater aus dem Geist der Musik. Die Frage dieser Künstler könnte heißen: Was singt in der Sprache, was in der Stimme?

Diese Frage scheinen sich ebenfalls auch schon die Gründer der Salzburger Festspiele gestellt zu haben, welche seit dem Beginn 1920 unter dem Doppelgestirn der Macht der Wortes und der Macht der Stimme gestanden hatten, verkörpert im Triumvirat der Festspielleitung, dem ein Regisseur, ein Dichter und ein Komponist angehörten. Zum Thema der Festspiel-Dialoge 2009, „Das Spiel der Mächtigen“,1 möchte ich deshalb mit Überlegungen zur Macht des Wortes bzw. der Macht der Stimme im Theater beitragen, die in drei Teile gegliedert sind: Ausgehend vom Spielplan der Salzburger Anfänge, soll zuerst sein Ziel einer Verschmelzung...

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