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Grundlagen der Textsortenlinguistik

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Bozena Witosz

Die Monografie umreißt die polonistische Textsortenforschung in ihren wichtigsten Strömungen und Entwicklungslinien. Teil I führt in den theoretischen Kontext ein und stellt das Begriffsinstrumentarium der Forschungsdisziplin vor. Es wird dabei eine integrative Herangehensweise an literarische und Gebrauchstexte gewählt. Teil II schlägt eine einheitliche methodologische Herangehensweise an Textsorten vor, die ihre Typologie (Netzmodell), Mehrebenenstruktur, Determinanten und Wechselbeziehungen, ihre Kulturbedingtheit sowie die gegenwärtige Tendenz zur Transgression und Hybridisierung umfasst. Abschließend wird beispielhaft die Textsortencharakteristik des literarischen Textes Jadąc do Babadag von A. Stasiuk herausgearbeitet, der Textsorteninterferenzen innerhalb einzelner Äußerungen aufweist.
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Relationen zwischen Textsorten im typologischen Netz

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Die in der Textsortenlinguistik etablierte Auffassung, nach der Textsortenmodelle sowohl Gebrauchstexten als auch künstlerischen Texten gemeinsam sein können, erfordert es, eine in der herkömmlichen Poetik stark verwurzelte Ansicht zu revidieren, nach der Texte der schöngeistigen Literatur angesichts ihrer spezifischen Merkmale – der Fiktionalität und der autorenspezifischen Zielsetzung von den übrigen Sprachhandlungen isoliert zu betrachten sind. Nach Derrida (1998) ist die Trennung der schöngeistigen Literatur von anderem Schrifttum nicht möglich; es lässt sich jedoch eine gewisse Beständigkeit der in diese Richtung unternommenen Anstrengungen beobachten.

Der Ansatz von Bachtin, der darauf hinausläuft, nach strukturellen Merkmalen zu suchen, die den literarischen und den Gebrauchstexten eigen sind und somit die Autonomie der literarischen Gattungen gegenüber der Wirklichkeit und der Alltagssprache zu überwinden, entspricht im Bereich der polonistischen Forschung dem Ansatz von Skwarczyńska (1937). Sie hebt nämlich hervor, dass mit der poetischen Sprache als Kunst eines jeden Wortes unterschiedliche Ziele verfolgt werden können, indem sie auch auf den Bedarf deutlich hinweist, den Interessenbereich der Poetik auf para- und nichtliterarische Texte zu erweitern. Eine solche Denkweise wird auch in der Forschung von Trzynadlowski (1979) verfolgt, der außerliterarische Formen auf ihre literaturtheoretische Beschreibung geöffnet hat.

In der kommunikativen Theorie des literarischen Werkes, die unter den gegenwärtigen literaturtheoretischen Forschungsrichtungen einen unbestritten wichtigen Platz einnimmt, wird das literarische Werk als eine besondere Form des Sprachgebrauchs betrachtet. Immanente Merkmale des literarischen Kommunikats können nur dann aufgezeigt werden,...

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