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Literarische Topographien in Ostmitteleuropa bis 1945

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Edited By Elzbieta Nowikiewicz

Der Band versammelt Aufsätze, die sich unter verschiedenen Gesichtspunkten mit ostmitteleuropäischen literarischen Räumen, Orten und ihrer Topographie beschäftigen. Die AutorInnen diskutieren unterschiedliche Ansätze einer sichtbaren Welt, des Räumlich-Erfahrbaren mit topographischer Akzentuierung, wobei geographische Referenzräume besondere Berücksichtigung finden. Es handelt sich um Bezüge zu Räumen, Orten und Landschaften im Leben und Werk verschiedener SchriftstellerInnen. Die Sammelmonographie setzt sich darüber hinaus die literarische Wiederentdeckung Ostmitteleuropas zum Ziel. Ostmitteleuropa wird einer erneuten Lektüre unterzogen, wobei die Fragen, wie die einzelnen Autoren den Text des Raumes lesen und wie sie mit dem ostmitteleuropäischen Raum umgehen, eine zentrale Bedeutung erfahren. Es wird auch nach den Raumfunktionen in Texten gefragt. Die Perspektive des Raumes determiniert demzufolge die Herangehensweise und den Umgang mit literarischen Texten.
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Raum als theologisch–geistige Form. Die Grafschaft Glatz im Werk von Joseph Wittig

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Aleksandra Chylewska–Tölle (Słubice/Frankfurt (O.))

Das nach Philipp Ther von den Herausgebern des Bandes über die Kulturlandschaften Mitteleuropas als „Zwischenraum“1 bezeichnete Gebiet der Grafschaft Glatz wurde in den letzten Jahrzehnten zum Gegenstand zahlreicher historisch–kulturwissenschaftlicher Studien sowohl in Deutschland als auch in Polen, in denen die nationale Sicht, im deutlichen Gegensatz zu denen aus unmittelbarer Nachkriegszeit (die meist weniger ein Bild der Vorkriegs–Vergangenheit als der Entstehungszeit der Texte entstehen lassen), zurücktritt und eine Tendenz zur komplexen Betrachtung sozialer und kultureller Gegebenheiten dieser Region zu bemerken ist. Bis zum An-fang des 20. Jahrhunderts war die Grafschaft Glatz eine zwar belletristisch wenig beachtete Region, jedoch Gegenstand unzähliger Heimatbücher2, Legenden,3 und ← 109 | 110 → Chroniken4. Die Tradition der narrativen Darstellung dieser Region als eine Berglandschaft mit „einfachen“, friedlichen Bewohnern entstand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gestützt vor allem auf die Werke von Robert Karger (1874– 1946), Anna Bernard (1865–1938), Vera Gottschlich (1901–1947), Hermann Stehr (1864–1940) und Joseph Wittig (1879–1949). All die genannten Dichter preisen in ihren Werken die Mittelgebirgslandschaft der Region, die von hohen Gebirgszügen als natürlichen Grenzen umgeben ist und daher auch Glatzer Kessel genannt wird. Die geographische Lage mit dem Neißedurchbruch bei Wartha führt zudem zu einer Betrachtung dieses Gebietes als ein Durchgangs- bzw. Verbindungsland zwischen Böhmen, Mähren und Schlesien.

Die thematische Orientierung des vorliegenden Bandes auf den Zusammen-hang literarisch–kultureller Phänomene in...

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