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Konsum und Imagination- Tales of Commerce and Imagination

Das Warenhaus und die Moderne in Film und Literatur- Department Stores and Modernity in Film and Literature

Godela Weiss-Sussex and Ulrike Zitzlsperger

Das Warenhaus war über Deutschland hinaus bis in die 1930er-Jahre einer der kulturgeschichtlich bedeutendsten Ansatzpunkte für die Auseinandersetzung mit der Moderne und der Konsumkultur. Die Autoren und Autorinnen dieses Bandes zeigen sowohl den Facettenreichtum des Warenhaus-Diskurses in der Literatur, dem Feuilleton, in Musicals und im Film als auch die Bandbreite der teils sozial-und kulturkritischen, teils fortschrittsorientierten Thematisierungen auf. Dabei kommen Romane von Zola, Brecht und Fallada sowie Schriften weniger bekannter Autoren zur Sprache. Das emanzipatorische Potenzial des Warenhausthemas findet ebenso Beachtung wie waren- und konsumästhetische Strategien, die in Literatur, Film und anderen Medien reflektiert werden.
Until the 1930s department stores provided, in Germany as elsewhere, one of the focal points of cultural and critical engagement with modernity and consumer culture. The authors of this volume explore the diversity of the discourse on department stores in literature, the feuilleton, musicals and film. They demonstrate the scope of the discourse from cultural criticism to more progress-oriented examinations of the theme. Novels by Zola, Brecht and Fallada are discussed, as well as writings by lesser known authors. Attention is paid to the emancipatory potential of department stores as well as to the aesthetics of consumption as reflected in literature, film and other media.
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Stadt- und Weltbilder: Das Berliner Warenhaus als „kolossale Erscheinung“ im Feuilleton der Zwischenkriegszeit

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Ulrike Zitzlsperger

Stadt- und Weltbilder: Das Berliner Warenhaus als kolossale Erscheinung1 im Feuilleton der Zwischenkriegszeit

Abstract

This contribution analyses journalistic depictions of Berlin’s large department stores during the interwar years. At that time, authors considered semi-public spaces, such as hotels, railway stations, cafés and department stores, as indicative of a complex post-war disposition. Georges Friedmann, Joseph Roth and Kurt Tucholsky all employ in their feuilletons the popular and well-established image of the Warenhaus as the cathedral of modernity. However, their criticism of the department store, which pays particular attention to architecture, its infrastructure and the appeal to the masses, is in reality aimed at what they perceive as Berlin’s troubled politics and its post-war provincialism.

1924 wurde das vormalige Geschäftshaus Lachmann & Scholz in der Moabiter Turmstraße als Karstadtfiliale neu eröffnet.2 Das Haus war gut in das Umfeld integriert und in seinen Proportionen der wichtigsten Einkaufsstraße des Arbeiterbezirks angemessen. Die Neueröffnung fand aber nur in der Fach- und Lokalpresse Beachtung. Die Feuilletons der großen Zeitungen und der Literatur beschäftigten sich hingegen vornehmlich mit den Warenhäusern im Stadtzentrum – jenen Solitären, deren Architektur, Ausstattung und Angebote neue Maßstäbe setzten und deren kritische Beschreibung mit der Thematisierung ← 185 | 186 → Berlins Hand in Hand ging. Im Folgenden stehen solche, auf das augenfällige und zentral gelegene Warenhaus konzentrierte Feuilletons Georges Friedmanns und Joseph Roths im Vordergrund. Beide setzten sich ganz gezielt mit den Berliner...

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