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Zur Entwicklung der Erwachsenenbildung in Österreich nach 1945

Strukturen, Zusammenhänge und Entwicklungen

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Angela Bergauer, Johann Dvořák and Gernot Stimmer

Erwachsenenbildung ist der Bildungssektor, in dem die Menschen die Kenntnisse, Fertigkeiten und Einstellungen erwerben und entwickeln können, die es ihnen gestatten, sowohl ihre Arbeitskraft besser verkaufen wie auch ihr Leben besser gestalten zu können. Die Beiträge dieses Buchs untersuchen dieses Ziel des lebensbegleitenden Lernens und bieten eine reflektierte Beschreibung von Strukturen und Entwicklungen der österreichischen Erwachsenenbildung nach ihrer (Wieder-)Entstehung 1945. Somit leistet dieses Buch einen weiteren Schritt zur Aufarbeitung der Geschichte der österreichischen Erwachsenenbildung. Es lädt ein, sich mit der sozialen Relevanz der Bildungsarbeit mit Erwachsenen, den dafür notwendigen Rahmenbedingungen sowie einer wichtigen Erinnerungskultur an die «Volksbildung» als Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen auseinanderzusetzen.
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Erwachsenenbildung nach 1945 im Spiegel der Zeitungsberichterstattung – Von der „Volksbildung“ zur „Investitionsentscheidung für Unternehmen“

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Das Thema Erwachsenenbildung findet sich in der Berichterstattung der österreichischen Printmedien nach 1945 mehrfach wieder. Ein besonderer Schwerpunkt der folgenden Untersuchung lag auf Erwachsenenbildung und deren Organisationen auf Bundesebene. Im Wesentlichen wurden dafür die Zeitungen Der Standard, Kurier, Die Presse, Wiener Zeitung und Arbeiter-Zeitung durchsucht.1

Auffallend ist der über Jahrzehnte hinweg auftretende Politiker-Bezug in den gefundenen Zeitungsartikeln, wie beispielsweise Ankündigungen politischer Akteure über Erwachsenenbildung als Gegenmittel drohender Arbeitslosigkeit.2 Hingegen Aussendungen von Parteien zu dem Thema wie auch Ankündigungen der Mitglieder der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ), also Volkshochschulen (VHS), Ring Österreichischer Bildungswerke (RÖBW), Berufsförderungsinstitut (BFI), Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) etc., verhallen gewöhnlich eher in der Berichterstattung der Zeitungen. So findet man in ← 133 | 134 → den ersten Jahrzehnten nach 1945 hauptsächlich Stellungnahmen, Vorhaben oder Forderungen von Politikern zur Erwachsenenbildung, während Berichte über die Institutionen selbst eher spärlich gesät sind. Wies beispielsweise die Wiener Volksbildung 1955 im Volksbildungshaus Margareten auf die Vervierfachung an Kurshörern seit den vorhergegangenen zehn Jahren, die vom Wiederaufbau der Bildungshäuser geprägt waren,3 hin, berichteten darüber weder Presse, Kurier noch Wiener Zeitung. Zwischen 1955 und 1970 existieren über 300 Pressemitteilungen dieser Art, die nur selten in den Print übernommen wurden. Ein Beispiel bietet hier die Pressekonferenz der Wiener Volkshochschulen im Jahr 1961: Einberufen vom Präsidenten des Verbandes Wiener Volksbildung, dem Nationalratsabgeordneten Karl Mark (SPÖ), wurde sie genauso wie ihre Agenturmeldung von den bearbeiteten Zeitungen ignoriert.4 Handelte es sich hingegen um...

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