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Das Recht der Verwahrung und Unterbringung am Beispiel der «Irrengesetzgebung» zwischen 1794 und 1945

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Sandra Kuban

Den Schwerpunkt der Untersuchung bildet die Frage, welche Institutionen für die Verwahrung bzw. Unterbringung psychisch Kranker zuständig waren und welche Kompetenzverlagerungen es infolge gesetzlicher Neuregelungen zwischen 1794 und 1945 gegeben hat. Dabei wird anhand der Entwicklung in den Strafgesetzentwürfen von 1909 bis 1930 sowie auf der Grundlage der ab 1933 geltenden Rechtsvorschriften der rechtliche Umgang mit psychisch Kranken analysiert, der seinen Höhe- bzw. Tiefpunkt in den gegen sie gerichteten Tötungsaktionen findet. Der Legitimation dieser Entwicklung durch die unter dem Nationalsozialismus vertretenen rechtstheoretischen Ansätze kommt dabei ebenso Bedeutung zu wie die anhand der Lageberichte der OLG-Präsidenten und Generalstaatsanwälte untersuchten Reaktionen der Bevölkerung.
Aus dem Inhalt: Geschichtlicher Abriß und Begriffsdefinitionen der Zeit - Die rechtlichen Grundlagen in Preußen - Erweiterung der Befugnisse der Polizei - Entwicklung in den deutschen Strafgesetzentwürfen von 1909 bis 1930 - Entrechtung der psychisch Kranken ab 1933 - Legitimierung der Tötungsaktionen gegen psychisch Kranke.