Show Less
Restricted access

Erlesene Welten

Der fiktive Leser in der modernen Literatur- Karl Philipp Moritz – Gottfried Keller – Peter Handke

Series:

Andrea Dahms

Der fiktive Leser in der Literatur blickt auf eine lange Tradition zurück, doch gerade die moderne Literatur ab 1800 nutzt die literarische Konfiguration verstärkt zur innerliterarischen Selbstreflexion. Ausgehend von einer Forschungsperspektive, die texttheoretische und sozialgeschichtliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt, konzentriert sich diese Studie auf die Romane Anton Reiser, Der grüne Heinrich und Der kurze Brief zum langen Abschied. Im Mittelpunkt steht das Interesse an Präsentationsweisen und Funktionen von Leser- und Lektüreentwürfen. Variationen von Lesergestaltungen werden ebenso aufgedeckt wie erzähltechnische und thematische Analogien. In der Figur des fiktiven Lesers konstituieren die Romane ein komplexes Geflecht intertextueller und selbstreferentieller Bezüge.
Aus dem Inhalt: Literarische Selbstreferenz – Motiv Leser und Lektüre als spezieller Typus poetologischer Selbstreflexion moderner Literatur – Veränderungen in der Verwendung des Motivs im 18., 19. und 20. Jahrhundert – Variationen von Lektüregestaltungen: intensive vs. extensive Lektüre, einsame oder gesellige Lektüre, lineare und nicht-lineare Lesarten, Lesen als Sucht, Lesen als Bereicherung – Auseinandersetzung des Autors mit der literarischen Tradition sowie Vergewisserung der eigenen schriftstellerischen Existenz.