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Weltenspringer

Ein linguistisch-integratives Modell zum Umgang mit der Gerichtetheit sprachlicher Äußerungen in möglichen Welten

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Carl Naughton

Sagen Schauspieler auf der Bühne während der Vorführung in den Dialogen eigentlich die Wahrheit? Lügen Sie schamlos? Nutzen sie Sprache gar parasitär ohne jeden Anspruch auf sprechakttheoretische Konventionen? Intuitiv verneint der Großteil aller Befragten das Erstere und ist bei Zweitem und Drittem eher ratlos. Die Linguisten zögern. Und das seit über 30 Jahren. Zeit, einen genaueren Blick auf die Thematik zu riskieren. Dieser offenbart schnell: schauspielerische Methoden ermöglichen dem Darsteller durchaus, wahrheitskonditionale Äußerungen, nicht-defektive Sprechakte, zu vollziehen. Schauspieler werden in ihrer Ausbildung, z.B. nach Stanislawskis Lehren, dazu befähigt, in die Welt der dargestellten Figuren zu wechseln. Weltenspringer zu werden. Die Arbeit diskutiert die linguistische Wahrheitsdefinition, reflektiert den Begriff der Fiktion vor dem Hintergrund darstellerischer Arbeit und bietet schließlich ein Grundmodell zur Erarbeitung der für den Weltensprung relevanten pragmatischen, semantischen und weltkonstituierenden Aspekte. Ein Update für die Sprachakttheorie und ein Blick hinter die Kulissen darstellerischer Arbeit.
Aus dem Inhalt: Linguistik und Theater – Sprachliche Äußerungen in möglichen Welten – Linguistische Erklärungsansätze für fiktionale sprachliche Äußerungen – Absicht und Handlung in der Fiktion – Intentionen in fiktionalen Texten – How to do things with words on stage – Das integrative Modell für Sprechakte auf der Bühne – Der neue logische Status fiktionaler Diskurse.