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Die Rezeption Goethes bei Wilhelm Flitner

Zur Motivgeschichte der hermeneutisch-pragmatischen Pädagogik

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Christoph Przybilka

Daß die 'geisteswissenschaftliche Pädagogik' sich immer wieder auf einzelne Passagen des Goetheschen Werkes, vornehmlich die 'Meister-Romane', 'Faust' oder 'Dichtung und Wahrheit' bezogen hat, ist gelegentlich vermerkt worden.
Jedoch eine detaillierte Untersuchung, inwiefern Goethes Poesie und Prosa in der Diskussion der 'geisteswissenschaftlichen Pädagogik' wirksam geworden ist, lag bisher nicht vor.
Genau diese Lücke versucht die vorliegende Arbeit zu schließen. Im Unterschied nun zu Autoren etwa wie Th. Litt, E. Spranger und E. Weniger ist das gesamte pädagogische Konzept W. Flitners von der Auseinandersetzung mit der Goetheschen Lebensphilosophie geprägt, wobei die Rezeption Goethes bei W. Flitner sich vornehmlich auf das Spätwerk des Dichters konzentriert und dabei den Klassiker gleichermaßen als Dichter und als Verfasser naturwissenschaftlicher Schriften liest und somit poetische Aussage und theoretisches Konzept konstruktiv in die Pädagogik vermittelt.
Die Goethesche Skepsis gegenüber überzogenen rationalistischen Ansprüchen erweist sich nämlich bei näherer Betrachtung nicht nur als entscheidende inhaltliche und wissenschaftstheoretische Ausgangsthese etwa der 'Allgemeinen Pädagogik' und der 'Lebensformen', sondern auch ganz allgemein als konzeptionelle Leitidee des Gesamtwerks W. Flitners, das gerade in der Auseinandersetzung mit der Goetheschen Poesie Gestalt und Maß gefunden hat.