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Dialektstrukturen in Grenzlandschaften

Untersuchungen zum Mundartwandel im nordöstlichen Aargau und im benachbarten südbadischen Raum Waldshut

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Hans-Peter Schifferle

Eine Materialerhebung bei 120 Gewährsleuten aus sechs Aargauer Gemeinden im Bereich des Zusammenflusses von Aare und Rhein hatte zum Ziel, spezifische Vokalstrukturen dieser Übergangszone zwischen Ost- und Westschweizerdeutsch, vor allem auch in Auseinandersetzung mit den Ergebnissen des Sprachatlasses der deutschen Schweiz, zu untersuchen.
In einem zweiten Schritt wurde die Arbeit über die Landesgrenze hinaus in den Raum Waldshut ausgedehnt. Das dort von 25 Gewährsleuten zusammengekommene Material sprengte die anfänglich konzipierte Fragestellung in vielfältiger Weise.
Neben den altmundartlichen Dialektunterschieden, die im ganzen Gebiet vorwiegend als Ost-West-Gegensätze fassbar sind, drängen sich jüngere Nord-Süd-Unterschiede, die mit der Landesgrenze zusammenfallen, immer mehr in den Vordergrund.
Eine ganze Palette von solchen jungen «Grenzgegensätzen» wird aufgedeckt und vielfältig beleuchtet. Dabei wird deutlich, dass die Veränderungen, welche die Mundarten beidseits des Rheins erfasst haben, in ganz unterschiedlicher Richtung verlaufen, und dass deswegen die sprachlichen Gemeinsamkeiten dieser Grenzlandschaften immer mehr abnehmen.
Aus dem Inhalt: U.a. das Gebiet mit Extremverdumpfung von altlangem a, das Untersuchungsgebiet im Spannungsfeld zwischen Vokaldehnungen und -Kürzungen, Palette von jungen Grenzgegensätzen - Vokalstrukturen (u.a. Dehnungen und Kürzungen, Hebungen und Senkungen) dargestellt anhand von kommentierten Tabellen - Spezifische Veränderungsprozesse der Lautsysteme im Raum Waldshut - Diskussion der Veränderungen in phonologischer Sicht - Palette von Grenzgegensätzen.