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Höflichkeitskonventionen im Wandel

Eine pragmatische Untersuchung anhand von Begrüßungsdialogen im Russischen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des 2. Weltkrieges

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Grit Labocki

Die Oktoberrevolution zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte nicht nur gewaltige politische und soziokulturelle Umwälzungen zur Folge, sondern auch nicht geringe Auswirkungen auf die russische Sprache. Mit dem Titel "Höflichkeitskonventionen im Wandel" liegt nunmehr eine pragmatische Untersuchung zum Russischen vor, die sich den Veränderungen eines Teilbereiches der Sprachetikette im Zeitraum von etwa 1900 bis 1945 widmet. Der Autorin gelingt es anhand einer umfangreichen Sammlung literarischer Begrüßungsdialoge neben sprachlichen Phänomenen vor allen Dingen die Umbewertungen der Verhaltensstandards jener Zeit zu beschreiben. Begrüßungsdialoge als Interaktions- und Gesprächseröffnungen beweisen sich dabei als ausgezeichnetes Untersuchungsmaterial, da sie als rituelle Interaktionsformen dazu beitragen, dass den beteiligten Personen in der Kommunikation ein bestimmter Platz in Bezug auf den jeweiligen Kommunikationspartner zugewiesen wird. In dieser Eigenschaft können Begrüßungen insbesondere solche gesellschaftliche Veränderungen reflektieren.

II. Grundlagen der Begrüßung - 1. Begrüßung und Grußdialog  - 2. Grußsituation  - 3. Besondere Formen der verbalen Begrüßung  - Telefongespräche  - Briefe  - 4. Begrüßung als rituelle Handlung  - 5. Sprechakttheoretische Einordnung des Grüßens - III. Typologie des Grüßens - 1. Primäre Kontaktiva - 2. Sekundäre Kontaktiva - 3. Selbstbezeichnungen (SB) - 4. Grußgesten - IV. Linguistische Höflichkeitstheorien als Grundlage der Korpusanalyse - 1. Der Begriff der Höflichkeit in der vorliegenden Untersuchung - 2. Die Begrüßung in der linguistischen Höflichkeitstheorie - V. Untersuchung der Dialoge - 1. Methode der Analyse - 2. Korpus von der Jahrhundertwende bis 1917