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Pädagogik zwischen Idealisierung und Ignoranz

Eine Kritik der Theorie, Praxis und Rezeption Paulo Freires

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Martin Stauffer

Durch seine «Pädagogik der Unterdrückten» wurde Paulo Freire (1921-1997) weltweit zum pädagogischen Klassiker und erzielte eine Millionenauflage. Freire steht für Gesellschaftsreform, Bildung und Politisierung. Eine Legende wurde seine Methode zur Alphabetisierung und politischen Bewusstseinsbildung von Erwachsenen in rund 40 Unterrichtsstunden.
In dieser Arbeit wird Freires «Theorie» untersucht, seine Praxis entzaubert und die Applausrezeption zurückgewiesen. Gefragt wird namentlich danach, wie Freire in seinem Gesamtwerk Pädagogik mit Politik verband, welche «neuen» Lerninhalte und Lernmethoden er vorsah und womit er das Verhältnis von Lehrenden und Lernenden bestimmte. Weiter wird Freires «Erfolgsgeschichte» durch eine Auswertung von wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten, Web-Sites, Zeitschriftenbeiträgen und Sekundärliteratur hinterfragt. Dabei wird analysiert, inwiefern sich sowohl Freire als auch dessen Rezeption zwischen Idealisierung und Ignoranz bewegen, und ob nicht die brasilianische Reformpädagogik eine Alternative zu Freire bietet.
Aus dem Inhalt: Freire und die öffentliche Bildung – Gesellschaftskritik und Bildungskritik – Analogien und Differenzen zur Antipädagogik – Lerninhalte, Lernmethoden, Lehrende und Lernende – Freire in Angicos, Natal und Brasília – Freire in Chile, Guinea-Bissau und Grenada – Die Bildung einer Legende – Die Biografie im Werk – Ein Leben als Pädagogik – Analyse wissenschaftlicher Qualifikationsarbeiten – PädagogInnen im Internet – Freire in pädagogischen Handbüchern und Zeitschriften – Vom Übertragen der Theorie und Praxis Freires – Zum Verhältnis von Freire zur brasilianischen Reformpädagogik – Freire als pädagogischer Klassiker? – Perspektiven durch Auseinandersetzung.