Lade Inhalt...

Innovations- und Wissensmanagement in der Praxis: Konzepte, Forschungsergebnisse und Fallstudien

Innovation and Knowledge Management in Practice: Concepts, Research and Case Studies

von Bernhard Seyr (Band-Herausgeber:in)
Sammelband 218 Seiten

Zusammenfassung

Die Schriftenreihe Innovatives Wissensmanagement stellt der Wissenschaft sowie der Wirtschaftspraxis aktuelle Forschungsergebnisse, innovative Lösungsansätze sowie Fallstudien in der Schnittmenge der Disziplinen Innovations- und Wissensmanagement zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhalt
  • Autorenverzeichnis
  • 0. Editorial
  • 1. Instrumente zur Portfolioanalyse im strategischen Wissensmanagement (Bernhard F. Seyr)
  • 2. Wissenstransfer, Interaktionsraum und Unternehmenskultur: Die Bedeutung des Umfelds für erfolgreiche Wissensgenerierung (Marion A. Weissenberger-Eibl, Fanny Seus und André Almeida)
  • 3. Perturbation organisationaler Muster als Mittel zur Einführung eines Wissensmanagements im Unternehmen (Volker C. Horsthemke)
  • 4. Führungsstil der fragmentierten Wissenselemente (Wolfgang Illig)
  • 5 Kryptowährungen, Kryptoassets & Blockchain – Innovation im Zahlungsverkehr oder Hype? (Markus Schindler)
  • 6. Von Brüssel nach Salzburg – Dissemination intelligenter Spezialisierung (Andreas Van-Hametner und Madeleine Koch)
  • 7. E-learning at Universities: Do Diverging Expectations Pose a Risk to the Success of Knowledge Transmission? (Julia Babirath, Aline Handler, and Rainer Schmitl)
  • 8. Knowledge Boundaries, Innovation, and Enterprise Transformation in the Refractory Industry – a Qualitative Study (Neha Jain)
  • 9. Innovationen für den Öffentlichen Dienst bei SAP (Heinrich Pfriemer)
  • 10. Der Nutzen von Living Labs zur Förderung von Nachhaltigkeits-Innovationen in der Hotellerie: Eine Fallstudie im Hotel Le Méridien in Wien (Kadriye Cigir)
  • 11. The Relevance of Offshore Business for Multinational Corporations with a Focus on Innovative Aspects (Julia Krenn)

Autorenverzeichnis

André Almeida, MSc

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Innovations- und TechnologieManagement (iTM)

Institut für Entrepreneurship, Technologie-Management und Innovation (EnTechnon)

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Julia Babirath, MA

PhD Candidate, International Joint Cross-Border PhD Programme in International Economic Relations and Management, University of Applied Sciences Burgenland – University of Life Sciences in Prague Working as an equity derivatives trader in a financial institute

Kadriye Cigir

Diplom-Betriebswirtin

PhD Candidate, International Joint Cross-Border PhD Programme in International Economic Relations and Management, University of Applied Sciences Burgenland – Juraj Dobrila University Pula

Dozentin für Arbeits- und Organisationspsychologie, Destinationsmanagement und Nachhaltigkeit an der HFH und IUBH

Aline Handler, MA

PhD Candidate, International Joint Cross-Border PhD Programme in International Economic Relations and Management, University of Applied Sciences Burgenland – University of Pula

Working as a Group Controller in an international operating group

Dr. Volker C. Horsthemke

Leiter Personalentwicklung bei Testo SE & Co. KGaA, Titisee-Neustadt

Dr. Wolfgang Illig, MSc

Geschäftsführer/Vorstand einer mittelständischen Privatbank

Neha Jain

PhD Candidate, International Joint Cross-Border PhD Programme in International Economic Relations and Management, University of Applied Sciences Burgenland – University of Economics in Bratislava

Madeleine Koch, MSc

Referentin, Strategische FTI-Standortentwicklung, Innovations- und Technologietransfer Salzburg GmbH

Julia Krenn, BA MA

PhD Candidate, International Joint Cross-Border PhD Programme in International Economic Relations and Management, University of Applied Sciences Burgenland – University of Economics in Bratislava

Credit Operations Specialist at Raiffeisen Bank International AG

Mag. (FH) Heinrich Pfriemer

PhD Candidate, International Joint Cross-Border PhD Programme in International Economic Relations and Management, University of Applied Sciences Burgenland – University of Sopron

Chief Innovation Officer für die Öffentliche Verwaltung bei SAP SE

Markus Schindler, BA MA

PhD Candidate, International Joint Cross-Border PhD Programme in International Economic Relations and Management, University of Applied Sciences Burgenland – University of Sopron

Rainer Schmitl, MA

PhD Candidate, International Joint Cross-Border PhD Programme in International Economic Relations and Management, University of Applied Sciences Burgenland – University of Pula

Working as a branch manager in a financial institute

Fanny Seus, MA

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Innovations- und TechnologieManagement (iTM)

Institut für Entrepreneurship, Technologie-Management und Innovation (EnTechnon)

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Bernhard F. Seyr

Tit. Universitätsprofessor an der Alexandre Lamfalussy Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Sopron, Sachverständiger beim Landesgericht Salzburg, Unternehmensberater, Geschäftsführer des Instituts für Personalwirtschaft und Berufspädagogik in Salzburg

Andreas Van-Hametner, MSc

Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe für Wirtschaftsgeographie, Universität Salzburg

Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl

Lehrstuhl für Innovations- und TechnologieManagement (iTM)

Institut für Entrepreneurship, Technologie-Management und Innovation (EnTechnon)

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI

0. Editorial

Der vorliegende Band begründet die Schriftenreihe Innovatives Wissensmanagement, welche sich zum Ziel gesetzt hat, der Wissenschaft wie auch der Wirtschaftspraxis Fachbeiträge vor allem in der Schnittmenge zwischen den Disziplinen Innovations- und Wissensmanagement zur Verfügung zu stellen sowie diese Disziplinen praxisnah miteinander zu verbinden. Die hier veröffentlichten Fachbeiträge stellen Konzepte, Forschungsbeiträge und/oder Fallstudien dar.

Unter Konzepten seien hier theoriebasierte Beiträge verstanden, die einen klaren Anwendungsbezug zur Wirtschaftspraxis aufweisen. Die Forschungsbeiträge basieren auf empirischen Studien mit quantitativen und qualitativen Forschungsdesigns zu den Themen Innovations- und Wissensmanagement. Sie beschäftigen sich mit der Evaluation von einschlägigen Konzepten und Modellen, aber auch mit aktuellen Entwicklungen in Theorie und Praxis. Die Fallstudien stellen hingegen wissenschaftliche Betrachtungen von konkreten Anwendungsbeispielen des Innovations- und Wissensmanagements in einzelnen Wirtschaftsbetrieben oder Wirtschaftssektoren dar. Die Fallstudien erlauben den Zugriff auf sonst nicht zugängliche, unternehmensinterne Informationen, aus denen sich Erfolgsfaktoren, Anregungen und Examples of Good Practice ableiten lassen. Die Grenzen zwischen Konzepten, Forschungsbeiträgen und Fallstudien sind allerdings fließend.

Dieser Band umfasst eine bunte Palette an unterschiedlichen Blickwinkeln und Ansätzen sowie Fallstudien aus völlig unterschiedlichen Branchen. In diesem Sinne freue ich mich, wenn die vorliegende Publikation einem breiten Publikum interessante Einblicke und Anregungen bieten kann.

Sopron, im Februar 2020

Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Bernhard F. Seyr

Herausgeber

1. Instrumente zur Portfolioanalyse im strategischen Wissensmanagement

Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Bernhard F. Seyr

Abstract: Der Artikel behandelt Anwendungsmöglichkeiten bekannter Instrumente der Portfolioanalyse im Bereich des strategischen Wissensmanagements. Dabei wird ein hermeneutischer und konzeptueller methodischer Zugang verfolgt. Als Ausgangspunkte für die Analyse und zur Weiterentwicklung dienen die Boston-Matrix, das McKinsey-Portfolio, die Lebenszyklus-Analyse sowie die SWOT-Analyse im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit zur Evaluation und zur längerfristigen Entwicklung von Wissensbeständen in Organisationen. Als Werkzeuge zur strategischen Wissensbewertung und für das strategische Wissensmanagement werden ein neuartiges Wissensvorsprungs-Bedeutungswachstums-Portfolio (die „Wissensmatrix“) sowie damit zusammenhängend das Wissens-Lebenszyklusmodell vorgestellt. Abschließend wird die SWOT-Analyse zur Bewertung der Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken im strategischen Wissensmanagement adaptiert. Es erfolgt auch eine kurze Darstellung ausgewählter alternativer Werkzeuge zur strategischen Portfolio-Analyse im Wissensmanagement.

1.1. Einleitung und Zielsetzung

Wissensmanagement hat sich als multidisziplinärer Ansatz in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften etwa seit dem Millennium etabliert. Zahlreiche theoretische Abhandlungen und wissenschaftliche Studien zu diesem Thema belegen seine Bedeutung. In diesem Sinne ist regelmäßig von einer höheren Unternehmensrentabilität aufgrund von Investitionen in die Ressource Wissen auszugehen (vgl. Zheng & Wang, 2018, S. 110–111). Vielfach scheitert aber die praktische Anwendung der Werkzeuge des Wissensmanagements in der Praxis (vgl. Seyr, 2015). Wissensmanagement wird in der Wirtschaftspraxis in vielen Fällen auf die informationstechnische Ebene (wie Datenbanken) reduziert, was seinewm multiperspektivischen Ansatz mit Bezug zu den Dimensionen Mensch – Organisation – Technik nicht gerecht wird (vgl. Brandt & Massing, 2002, S. 235–249). Dadurch kann Wissensmanagement sein volles Potenzial nicht entfalten und sein Wirkungsgrad bleibt gering. Technologie ist lediglich ein notwendiges Werkzeug, um die Prozesse des Wissensmanagements zu erleichtern, ersetzt jedoch nicht ein ganzheitliches Wissensmanagement-Konzept (vgl. Sharma & Deb, 2019, S. 763).

Zur praktischen Umsetzung der Nachhaltigkeit im Informations- und Wissensmanagement stellen Erek und Zarnekow (2009, S. 424) ein Vorgehensmodell in Form eines Regelkreises vor, das die Schritte Ressourcenidentifikation, Ressourcen-Beurteilung, Maßnahmenidentifikation, Maßnahmen-Priorisierung, Maßnahmen-Implementierung sowie deren Umsetzung und Kontrolle umfasst. Sowohl im zweiten als auch im letzten Schritt (in der Grafik grau unterlegt) wird die Bedeutung der Evaluation im Informations- und Wissensmanagement besonders hervorgehoben, welche im Zentrum dieses Beitrags steht.

Abbildung 1: Regelkreis zur Sicherung der Nachhaltigkeit im Informations- und Wissensmanagement (eigene Darstellung, in Anlehnung an Erek und Zarnekow, 2009)

←11 | 12→

Der vorliegende Beitrag soll dabei helfen, das Wissensmanagement in Organisationen von der rein technischen Ebene zu lösen und seine Informationen einerseits einer kritischen Prüfung bzw. Evaluation zu unterziehen und andererseits für die strategische Unternehmensführung leichter handhabbar zu machen. Dieser Schritt der kritischen Prüfung und Evaluation ist im Wissensmanagement-Modell von Probst, Raub und Romhardt (2006, S. 58) den Bausteinen Wissensbewertung, Wissensidentifikation (abgestimmt auf die Wissensziele) und Wissensentwicklung (im Anschluss an den Wissenserwerb) zuzuordnen und unterstützt die genannten Prozesse durch strategische Controlling-Werkzeuge.

Diese Zielsetzung soll dadurch erreicht werden, indem bekannte Methoden der Portfolio-Analyse – wie die Boston-Matrix, das McKinsey-Portfolio, die Lebenszyklus-Analyse sowie die SWOT-Analyse – mit Bezug zum Wissensmanagement adaptiert werden. Somit lassen sich vorhandene Wissensbestände im Sinne eines Cockpit-Systems leichter visualisieren und bewerten sowie als Entscheidungsgrundlage für das strategische (Wissens-)Management heranziehen. Die Portfolio-Analyse im Wissensmanagement ermöglicht somit einen Meta-Blick auf vorhandene Wissensbestände. Das Wissensmanagement kann dadurch effizienter und effektiver werden und besser zum Unternehmenserfolg beitragen. Die Etablierung eines leistungsfähigen Berichtswesens im Wissensmanagement bildet überdies die Grundlage für ein internes und externes Benchmarking immaterieller ←12 | 13→Ressourcen (vgl. Catalfo, 2015, S. 642). In diesem Sinne wird in der Fachliteratur die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Controlling und Strategie besonders hervorgehoben. Damit zusammenhängend kommt der Erfolgsmessung von Strategien eine hohe Relevanz für die Zukunft zu (vgl. Weber, Schäffer, Goretzki & Strauß, 2012, S. 34–35).

Botthof (2012, S. 83–90) belegt in seinem Beitrag die Bedeutung übersichtlicher Reporting-Tools, die überdies zukunftsgerichtet und standardisiert sein sollen. Diesen Forderungen entsprechen die dargestellten Werkzeuge des Controllings im strategischen Wissensmanagement.

Details

Seiten
218
ISBN (PDF)
9783631818633
ISBN (ePUB)
9783631818640
ISBN (MOBI)
9783631818657
ISBN (Hardcover)
9783631817049
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (März)
Schlagworte
Portfolioanalyse Nachhaltigkeit Technologie Human Resources Organisation Change Management Führung Management Wissen Innovation
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2020. 218 S., 28 s/w Abb., 24 Tab.

Biographische Angaben

Bernhard Seyr (Band-Herausgeber:in)

Bernhard F. Seyr ist Professor für Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität Sopron sowie Sachverständiger und Unternehmensberater in den Bereichen Wissens- und Innovationsmanagement, Organisationsentwicklung und Human Resources.

Zurück

Titel: Innovations- und Wissensmanagement in der Praxis: Konzepte, Forschungsergebnisse und Fallstudien