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Jazz, pouvoir et subversion de 1919 à nos jours / Jazz, Macht und Subversion von 1919 bis heute

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Pascale Cohen-Avenel

Pour la première fois, un ouvrage scientifique étudie le jazz et ses relations avec le pouvoir dans plus de 6 pays francophones, germanophones et russophones. Il s’interroge sur la valeur subversive du jazz dans la quête identitaire de la jeunesse contestataire, sur son rôle dans la propagande d’Etat de l’Est comme de l’Ouest, et dans la définition de soi des élites et des artistes des années 1920 à nos jours. Résolument internationale, la perspective choisie est également pluridisciplinaire.
Diese Studie widmet sich als erste in diesem Gebiet dem Jazz und seinen Beziehungen zu den Machthabern der jeweiligen Staaten. Der Fokus liegt auf verschiedenen deutsch-, französisch- sowie russischsprachigen europäischen Ländern. Untersucht wird, wie subversiv der Jazz in der Identitätssuche der Jugend wirkt, sowie seine Rolle in der staatlichen Propaganda, und in der Selbstdefinition der Eliten und der Künstler von den 1920er Jahren bis heute. Die Perspektive dieses Buches ist sowohl international wie interdisziplinär.
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Willis Conovers „Voice of America Jazz Hour“: Propaganda oder Subversion im Kalten Krieg?: Berndt Ostendorf

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BERNDT OSTENDORF

Willis Conover besaß die wohl berühmteste Stimme der Welt. Sein sonorer Bass-Bariton und seine getragene Artikulation waren im Jahre seines Todes 1996 schätzungsweise 100 Millionen Menschen auf der ganzen Welt vertraut. Viele Jugendliche, dieser Autor eingeschlossen, verdanken ihm ihre amerikanische Aussprache, die unsere Englischlehrer so abscheulich fanden. Dieses Sprachprogramm der Voice of America „in special English“ war der unintendierte Kollateralnutzen eines Jazzprogramms, das ab 1955 bis 1996 von der Voice of America ausgestrahlt wurde. Es setzte jeden Abend um 9 Uhr mit Billy Strayhorns „Take the A-Train“ ein, gespielt vom Duke Ellington Orchester, und gefolgt von Conovers Worten „Time for Jazz“. Diese drei Worte hatten im Januar 1955 für uns junge Zuhörer durchaus noch einen programmatischen Charakter. Denn zu dieser Zeit hatte man zwar dank Joachim Ernst Berendts Bemühungen zögerlich begonnen, den Jazz als seriöse Kulturform ernst zu nehmen; das Dumme war aber, dass es ausgerechnet der Kalte Krieg war, der zu seiner kulturpolitischen Akzeptanz beitrug. Das schien Adornos Vorbehalte gegen den Jazz als Instrument des amerikanischen Imperialismus zu bestätigen. Die New York Times spottete schon 1955, der Jazz sei die „new sonic weapon“ im Kalten Krieg. Und obwohl Jazz und Krieg oder Jazz und Propaganda gar nicht zusammenpassen wollten, hielt seine Vermittlung durch den Propagandasender der USA Conovers jüngere Hörer nicht davon ab, sein souverän moderiertes Programm oft unter technisch absurden Bedingungen zu empfangen. Dank starker Sender – „broadcast via Tangiers and Munich“ – konnte das...

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