Show Less
Restricted access

Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

Series:

Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

Show Summary Details
Restricted access

BdSL – Bochumer Schriften zur deutschen Literatur

Extract



Gründung und Konzeption der Reihe

Das Profil der Bochumer Neugermanistik wurde nicht nur durch die bereits 1964 auf die drei Gründungslehrstühle berufenen Professoren der sprichwörtlichen ›Gummistiefelgeneration‹ – Hans Joachim Schrimpf, Ingrid Strohschneider-Kohrs und Klaus Günther Just – geprägt, sondern auch durch Paul Gerhard Klussmann, der einige Jahre nach Gründung der Ruhr-Universität den vierten neugermanistischen Lehrstuhl übernahm, den er bis zu seiner Emeritierung 1988 innehatte. Klussmann, 1923 in Bielefeld geboren, war nach Lehrjahren in Münster und einem Zwischenaufenthalt als Wissenschaftlicher Assistent an der Ruhr-Universität, als o. Professor an die Pädagogische Hochschule Siegen berufen worden, bevor er 1971 das neu eingerichtete, die Anzahl der neugermanistischen Lehrstühle abrundende vierte Ordinariat in Bochum übernahm. Als Literaturwissenschaftler hatte Klussmann mit einer Dissertation über Stefan George debütiert, doch seine weit gesteckten Interessen führten ihn in den Folgejahren schwerpunktmäßig auch zur Romantik und ihren Nachwirkungen, zur Nachkriegs- und DDR-Literatur, zur Geschichte des Dramas und Theaters in Deutschland und zu deutschlandkundlichen Themen. 1989 gehörte er zu den Mitbegründern des Bochumer »Instituts für Deutschlandforschung«. So wie Klussmann die Interpretation literarischer Texte mit kultur- und sozialgeschichtlichen Gesichtspunkten verknüpfte, so wirkte er auch als engagierter Universitätslehrer, der das akademische Wissen nicht in einen Elfenbeinturm einzuschließen, sondern einer breiten – studentischen und nicht-studentischen – Öffentlichkeit zu vermitteln und im besten Sinn des Wortes populär zu machen suchte.

Diesem wissenspädagogischen Kontext verdankt sich auch das Projekt der Bochumer...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.