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Provincial Turn

Verhältnis zwischen Staat und Provinz im südöstlichen Europa vom letzten Drittel des 17. bis ins 21. Jahrhundert

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Edited By Ulrike Tischler-Hofer and Karl Kaser

Das Buch analysiert aus historischer Perspektive das Verhältnis zwischen Staat und Provinz im südöstlichen Europa. Die internationalen Beiträge erweitern die Ideen des Vorgängerbandes «Provinz als Denk- und Lebensform» um die historische Erforschung von «Provinz». Die BeiträgerInnen decken einen zeitlichen Bogen vom letzten Drittel des 17. bis ins 21. Jahrhundert und einen räumlichen Horizont vom Südwesten der Habsburgermonarchie bis in die europäischen Randzonen des Osmanischen Reiches ab. Durch den spezifischen Blickwinkel «von unten» werden die komplexen Beziehungen zwischen «Provinz» und Staat oder Zentrum in neues Licht gerückt.

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Politische und ökonomische Regionen in der Peripherie: Der Weg zu den Revolutionen in Südosteuropa zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Olga Katsiardi-Hering)

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Olga Katsiardi-Hering

Politische und ökonomische Regionen in der Peripherie: Der Weg zu den Revolutionen in Südosteuropa zu Beginn des 19. Jahrhunderts1

Einleitung

Zahlreiche Historiker haben sich bislang mit dem Thema Provinz und Staat auch in Zusammenhang mit dem Osmanischen Reich auseinandergesetzt2, und dies nicht nur in Bezug auf das 18. Jahrhundert, welches viele Veränderungen in der Verwaltung, der Armee und der Wirtschaft mit sich gebracht hatte. Besonders betrifft dies den Wandel der Beziehungen zwischen dem osmanischen Zentrum und seinen südosteuropäischen Provinzen in der zweiten Hälfte des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Als wichtigste Ursachen für diese Veränderungen sind der russisch-osmanische Krieg von 1768–1774 und der russisch/österreichisch-osmanische Krieg von 1787–1791/92 zu nennen, die wegen der zeitgleich ablaufenden Französischen Revolution zu dramatischen Veränderungen in Europa←91 | 92→ führten: Während dieser Kriege kam es zu Aufständen unter den christlichen Untertanen des Osmanischen Reiches.3 Trotzdem haben diese Unruhen zumindest am Ende des 18. Jahrhunderts nicht sofort zu einer dauerhaften Destabilisierung geführt, wie Dina Rizk Khoury erklärt:

“By the end of the eighteenth century, local elites had usurped most of the administrative and military posts in the provinces, either through purchasing titles and membership into Ottoman military and administrative provincial establishment, or through becoming tax-farmers. Hence, to a significant degree the state ‘made’ provincial power elites, as much as provincial power-holders ‘made’ the state at the local level....

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