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DaF-Übungsgrammatiken zwischen Sprachwissenschaft und Didaktik

Perspektiven auf die semanto-pragmatische Dimension der Grammatik

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Daniela Puato and Claudio Di Meola

DaF-Übungsgrammatiken sind ein wesentlicher Bestandteil der Unterrichtspraxis, haben jedoch in der Forschung relativ wenig Beachtung gefunden. Die Studie untersucht 24 international ausgerichtete Übungsgrammatiken für Anfänger und Fortgeschrittene auf ihre wissenschaftliche und didaktische Adäquatheit. Die Autoren diskutieren hierbei zwölf grammatische Phänomene aus den Bereichen Morphosyntax und Textaufbau unter semanto-pragmatischen Aspekten. Sie analysieren unter anderem Genus, Tempus, Modus, Diathese, Wortbildung, Wortstellung und Satzverknüpfung. Das Buch ist forschungsorientiert, versteht sich aber auch als didaktische Anregung für Lehrende und Lernende.

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A. Übungsgrammatiken im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis (Claudio Di Meola)

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A. Übungsgrammatiken im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis

(Claudio Di Meola)

Abstract: The introductory chapter briefly discusses different conceptions of grammar and the role of grammar in foreign language teaching. Having outlined the foremost characteristics of didactic grammars, a brief survey is given over the main scientific studies on German grammars for foreign learners.

Bevor auf Konzeption und Korpus der vorliegenden Studie eingegangen wird (Kapitel B), erscheint es geboten, einige einleitende Überlegungen zu Grammatik, Grammatikunterricht sowie zu den Übungsgrammatiken (=ÜGs) als Lehrwerk-Typologie anzustellen.

Im Einzelnen wird gefragt, was unter Grammatik zu verstehen ist (Punkt A.1), ob und wie Grammatik unterrichtet werden sollte (Punkt A.2), welche Eigenschaften eine gute didaktische Regel haben sollte (Punkt A.3), welche wesentlichen Charakteristiken ÜGs besitzen und welche Arten von ÜGs vorliegen (Punkt A.4). Ein kurzer Überblick über die Forschungsliteratur zu ÜGs rundet das Bild ab (Punkt A.5).

A.1. Was genau ist Grammatik? – eine immerwährende Diskussion

Der Terminus „Grammatik“ wird in mindestens drei verschiedenen Lesarten verwendet: das formale Regelsystem einer Sprache, ein entsprechendes theoretisches Beschreibungsmodell sowie ein konkretes Werk, das dieses System beschreibt.1

Wenn wir von Grammatik im Sinne von systematischen formbezogenen Regelmäßigkeiten sprechen, so handelt es sich um die Gesamtheit der Phänomene, die: a) formal gekennzeichnet sind; b) einen rekurrierenden Charakter haben; c) eine kombinatorische Funktion besitzen, d.h. durch Baumuster systematisch ← 15 | 16 → Sprachelemente zueinander in Verbindung setzen. Der Schwerpunkt der Grammatik wird traditionell in der...

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