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DaF-Übungsgrammatiken zwischen Sprachwissenschaft und Didaktik

Perspektiven auf die semanto-pragmatische Dimension der Grammatik

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Daniela Puato and Claudio Di Meola

DaF-Übungsgrammatiken sind ein wesentlicher Bestandteil der Unterrichtspraxis, haben jedoch in der Forschung relativ wenig Beachtung gefunden. Die Studie untersucht 24 international ausgerichtete Übungsgrammatiken für Anfänger und Fortgeschrittene auf ihre wissenschaftliche und didaktische Adäquatheit. Die Autoren diskutieren hierbei zwölf grammatische Phänomene aus den Bereichen Morphosyntax und Textaufbau unter semanto-pragmatischen Aspekten. Sie analysieren unter anderem Genus, Tempus, Modus, Diathese, Wortbildung, Wortstellung und Satzverknüpfung. Das Buch ist forschungsorientiert, versteht sich aber auch als didaktische Anregung für Lehrende und Lernende.

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6. Diathese I: Aktiv/Passiv (Daniela Puato)

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6. Diathese I: Aktiv/Passiv

(Daniela Puato)

Abstract: Active and passive have different functions in text and discourse. Active represents the unmarked agent-oriented perspective, passive the marked agent-averted perspective. Active and passive also constitute different strategies of information structuring: agent topicalization in the active construction vs. patient topicalization in the passive construction.

Aktiv und Passiv haben unterschiedliche Funktionen im Text- und Diskurszusammenhang. Aktiv stellt generell die unmarkierte und präferenziell täterbezogene Perspektive dar (der Mann wäscht das Auto), Passiv die markierte und täterabgewandte (das Auto wird gewaschen); bei der Passivkonstruktion fällt somit die Agensangabe weg und wird lediglich in bestimmten Kontexten realisiert (das Auto wird von dem Mann gewaschen). Passiv tritt im Allgemeinen seltener auf und ist darüber hinaus Bildungsrestriktionen unterworfen. Aktiv und Passiv stellen zudem unterschiedliche Informationsmuster dar: Durch das Aktiv wird der Agens thematisiert (mittels Besetzung der vorgezogenen Subjektposition), durch das Passiv demgegenüber das Patiens.

6.1. Aktiv und Passiv in der Forschung

6.1.1. Forschungsüberblick

1) Sprachwissenschaftliche Literatur. Zum Passiv als Diathese generell liegen zahlreiche Untersuchungen vor (Weisgerber 1963, Brinker 1971, 1990, Jäntti 1978, Schoenthal 1987, Helbig 1989, 1997, Mode 1994, Helbig/Kempter 1997, Zifonun 1997, Vogel 2009, Welke 2015). Eine breitgefächerte Auswahl von einschlägigen Studien findet sich in dem thematischen Sammelband von Bobillon u.a. (1987). In einer Reihe von Arbeiten wird eine kontrastive Perspektive eingenommen (Czepluch 1984, Bartsch 1985, Hyvärinen 1996, Abraham 2000, Narita...

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