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Arabische Sprache im Kontext

Festschrift zu Ehren von Eckehard Schulz

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Edited By Beate Backe, Thoralf Hanstein and Kristina Stock

Den Eintritt in den «Ruhestand» von Eckehard Schulz, Professor für Arabische Sprach- und Übersetzungswissenschaft an der Universität Leipzig von 1993 bis 2018, haben nationale und internationale Fachkolleg*innen und Schüler*innen zum Anlass genommen, um in ihren Beiträgen aufzuzeigen, wie relevant die arabische Sprache und vor allem deren angemessene Beherrschung mittlerweile in den verschiedenen Bereichen von Wissenschaft und Praxis geworden sind. Unter Beachtung der aktuellen politischen und sozialen Gegebenheiten erstreckt sich der Kontext von den Teilgebieten der Linguistik – wie z.B. der Übersetzungswissenschaft, Grammatik und Dialektologie – über Politik- und Rechtswissenschaft sowie Didaktik und Ethnologie bis hin zu den Medienwissenschaften und zur Informatik.

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Arabische Literatur auf Deutsch: Translatorische Problemfelder und Lösungsansätze (Kristina Stock)

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Arabische Literatur auf Deutsch –Translatorische Problemfelder und Lösungsansätze

Kristina Stock, Leipzig

Einführung

Wenn ein Personalausweis oder eine Eheurkunde von fünf verschiedenen Personen ins Deutsche übersetzt wird, sollten die deutschen Fassungen absolut identisch sein. Ist der Ausweisinhaber allerdings Araber, dann können schon bei der Transkription seines Namens mehrere Varianten auftauchen und schlimmstenfalls Ehepaare mit demselben Namen und unterschiedlichen Übersetzern auch verschiedene Namen tragen, wie bei dem prominenten Beispiel des syrischen Dichters Adel Karasholi und seiner Frau, der Übersetzerin Regina Karachouli. Fünf Übersetzungen eines Gedichts oder einer Erzählung werden ohnehin unterschiedlich ausfallen, und nicht nur, weil vielleicht Eigennamen vielfältig transkribiert werden.

Jeder Mensch, der Literatur übersetzt, kommt irgendwann an einen Punkt, wo er sich fragen muss, ob der ihm vorliegende Text überhaupt übersetzbar ist, denn eine sprachkünstlerische Botschaft bezweckt nicht nur die bloße Übermittlung von Informationen oder das Auslösen von Gefühlen und Handlungen. Ihren ästhetischen Reiz bekommt sie nicht zuletzt durch ihre sprachliche Gestalt, die beispielsweise durch Sprachbilder oder onomatopoetische Mittel vielfältige, nicht immer klar definierbare Sinneseindrücke auslösen kann. Und eben dieses (Über-)Gewicht der Worte führte etliche Literatur- und Sprachwissenschaftler zu der Ansicht, dass es in der poetischen Sprache keine Synonymität gäbe. Weil kein Wort durch ein anderes ausgetauscht werden könne, seien zumindest Gedichte nicht übersetzbar.1 Und trotzdem wird Lyrik übersetzt, manchmal fast wörtlich, manchmal in freier Nachdichtung.

Die Translation literarischer...

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