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Arabische Sprache im Kontext

Festschrift zu Ehren von Eckehard Schulz

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Edited By Beate Backe, Thoralf Hanstein and Kristina Stock

Den Eintritt in den «Ruhestand» von Eckehard Schulz, Professor für Arabische Sprach- und Übersetzungswissenschaft an der Universität Leipzig von 1993 bis 2018, haben nationale und internationale Fachkolleg*innen und Schüler*innen zum Anlass genommen, um in ihren Beiträgen aufzuzeigen, wie relevant die arabische Sprache und vor allem deren angemessene Beherrschung mittlerweile in den verschiedenen Bereichen von Wissenschaft und Praxis geworden sind. Unter Beachtung der aktuellen politischen und sozialen Gegebenheiten erstreckt sich der Kontext von den Teilgebieten der Linguistik – wie z.B. der Übersetzungswissenschaft, Grammatik und Dialektologie – über Politik- und Rechtswissenschaft sowie Didaktik und Ethnologie bis hin zu den Medienwissenschaften und zur Informatik.

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Von Aalen bis Zwickmühle. Translationeller Sprachwandel im Arabischen und die Praktikabilität des Morphology-Inverse-Models (MIM) beim Dolmetschen und Übersetzen (Masihiya al-Asa)

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Von Aalen bis Zwickmühle – Translationeller Sprachwandelim Arabischen und die Praktikabilitätdes Morphology-Inverse-Models (MIM)beim Dolmetschen und Übersetzen

Masihiya al-Asa, Leipzig

1.     Einführung

Sprachwandel ist ein Phänomen, das am auffälligsten an lexikalischen, aber auch an morphologischen, phonologisch-phonetischen und syntaktischen Veränderungen einer Sprache sichtbar wird. So erfährt der Wortschatz Bedeutungserweiterungen und -veränderungen oder importiert Fremdwörter oder erschafft Lehnbildungen und Neologismen. Dass sich für das Arabische kein solch signifikanter Sprachwandel wie für viele andere Sprachen nachweisen lässt, liegt sowohl an der seit dem 8. Jahrhundert betriebenen Sprachpolitik im Kalifat als auch an der Struktur des Arabischen selbst. Kurzum darf das Arabische aufgrund seines heiligen Status als Offenbarungssprache des Korans und als Ausdrucksform der hochgeschätzten Poesie nicht verändert werden. Potentielle Gebersprachen wie Englisch oder Französisch sind linguistisch mit dem Arabischen viel zu wenig verwandt, als dass sie in größerem Umfang interferentiell wirken könnten. Diese Faktoren behindern laut Schulz zum Beispiel auch die fehlende Integration von Fremdwörtern. Diese sei nicht nur unzureichenden Fremdsprachenkenntnissen geschuldet:

„Hinzu kommen noch traditioneller Purismus und strukturelle Resistenz des Arabischen gegen Wortentlehnungen sowie die Tatsache, daß Fremdwörter nicht solche Möglichkeiten der Ableitung bieten wie arabische Bildungen.“1

Dennoch musste sich die arabische Sprache im Laufe der Jahrhunderte den gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen, um die Umwelt entsprechend zu reflektieren und für kommunikative Zwecke tauglich zu sein. Nicht zuletzt steigerte die Übersetzertätigkeit der...

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