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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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Verborgene Erinnerungsräume. Historische Fußnoten zu Vladimir Nabokovs „Speak, Memory“ und deutsch-russische Begegnungen im Bannkreis der europäischen Romantik

Verborgene Erinnerungsräume. Historische Fußnoten

zu Vladimir Nabokovs „Speak, Memory“ und deutsch-russische

Begegnungen im Bannkreis der europäischen Romantik

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Petra Dollinger (München/Gräfelfing)

Die Autobiographie Vladimir Nabokovs (1899–1977), welche 1951 unter dem Titel „Conclusive Evidence“ bzw. „Speak, Memory“ erschien, repräsentiert ein klassisches und doch sehr eigenartiges Exempel literarischer Erinnerungsräume.1 Im Mittelpunkt steht Nabokovs verlorene Kindheit und Jugend im alten Russland. Ferne Orte und Zeiten werden in einprägsamen Bildern vergegenwärtigt und literarisch rekonstruiert, wobei auch die Erinnerung selbst einen Prozess der Metamorphose durchläuft. Eine fruchtbare Revision der ersten Fassung begann, als Nabokov das Werk 1953 ins Russische übersetzte und sich dabei viele Erinnerungen weiter konkretisierten. Es war, wie Nabokov 1966 im Vorwort der englischen Ausgabe „Speak, Memory. An Autobiography Revisited“ erklärte, viel Arbeit gewesen, den erweiterten russischen Text in eine nochmals ergänzte englische Version zu verwandeln. Der passionierte Entomologe tröstete sich mit dem Gedanken an die Metamorphose der Schmetterlinge: „[...] some consolation was given me by the thought that such multiple metamorphosis, familiar to butterflies, had not been tried by any human before.“2

Nabokovs deutsche Vorfahren im Spiegel von „Speak, Memory“ und im Kontext historischer Quellen

Nabokov war ein wichtiger Vermittler zwischen der russischen und der angelsächsischen Literatur, während ihn die deutsche Sprache und Kultur ungeachtet seiner Berliner Emigrantenjahre 1923 bis 1937 nur wenig berührte. Allerdings erwähnte er seinen deutsch-kurländischen Urgroßvater und weitere Details im familiengeschichtlichen dritten Kapitel von „Speak, Memory“. Es erscheint sinnvoll, die knappen, teils ungenauen Ausführungen Nabokovs mit verfügbaren ←453 | 454→historischen Quellen...

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