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Bildung als Aufgabe

Zur Neuvermessung der Pädagogik

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Edited By Thomas Mikhail

Die Pädagogik als Wissenschaft steht heute vor neuen Herausforderungen. In der Zeit nach PISA wird die Vorstellung, es genüge, die Bildungslandschaft zu vermessen, zunehmend als Verfremdung ihrer eigentlichen Aufgabe erkannt. Die Frage nach dem Maß, von dem her bzw. auf das hin Messungen legitimiert und orientiert werden können, rückt wieder in das Blickfeld der Forschung. Die empirische Erziehungswissenschaft vermag dieses Maß nicht zu besorgen. Gefordert ist das, was man bildungsphilosophische Reflexion im weitesten Sinne nennen muss. Ihre Aufgabe wird es sein, über die Voraussetzungen und Grundlagen, Begriffe und Normen pädagogischen Handelns nachzudenken. Vor diesem Hintergrund will der Band zur Besinnung auf pädagogische (Grund-)Fragen beitragen.

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Winfried Böhm - Epistemologische Umbrüche in der Pädagogik 11

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11 Winfried Böhm Epistemologische Umbrüche in der Pädagogik1 Wer sich einen globalen Überblick über die Pädagogik heute – national, international und interkontinental2 – verschafft, der wird eine zentrale Frage in der Diskussion über Erziehung und Pädagogik nicht übersehen können. Gemeint ist der scheinbar unversöhnliche Gegensatz zwischen „Pädagogik“ und „Erziehungswissenschaft(en)“ – die eine als „alteuropäisch“-traditionell, die andere(n) als „modern und fortschrittlich“ apostrophiert. Auch wenn die beiden Begriffe bei Kreti und Pleti, in der Alltagssprache und auf unbedachte Weise sogar im wissenschaftlichen Diskurs heute immer noch synonym verwendet werden, handelt es sich bei Pädagogik und Erziehungswissenschaft(en) längst um zwei völlig unterschiedliche Disziplinen, die immer weniger Gemeinsam- keiten aufweisen3. Weder ist man sich noch über den Anfang der Disziplin einig, noch herrscht erst recht keine Einigkeit mehr über die Inhalte und Aufgaben des Faches.4 Pädagogik und Erziehungswissenschaft(en) treten einander immer feindli- cher gegenüber und befinden sich – wissenschaftstheoretisch und wissenschaftspo- litisch (also im Kampf um Macht und Einfluss) – in einem sich zunehmend verschärfenden Verdrängungswettbewerb. Die Texte, die sich zur Pädagogik bekennen, zitieren auch heute noch Latein und Griechisch; die Autoren der Erziehungswissenschaft(en) verfassen ihre Beiträge zunehmend in Englisch und zitieren in aller Regel nur die allerneuesten Ergebnisse der empirischen Forschung. Konnte sich ein Wissenschaftler in der Pädagogik mit soliden und breit angelegten Monographien einen bedeutenden Namen machen, so publizieren die Erziehungswissenschaftler in oft nur kurzlebigen Forschungs- berichten und in Zeitschriften, die heute...

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