Show Less

Bildung als Aufgabe

Zur Neuvermessung der Pädagogik

Series:

Edited By Thomas Mikhail

Die Pädagogik als Wissenschaft steht heute vor neuen Herausforderungen. In der Zeit nach PISA wird die Vorstellung, es genüge, die Bildungslandschaft zu vermessen, zunehmend als Verfremdung ihrer eigentlichen Aufgabe erkannt. Die Frage nach dem Maß, von dem her bzw. auf das hin Messungen legitimiert und orientiert werden können, rückt wieder in das Blickfeld der Forschung. Die empirische Erziehungswissenschaft vermag dieses Maß nicht zu besorgen. Gefordert ist das, was man bildungsphilosophische Reflexion im weitesten Sinne nennen muss. Ihre Aufgabe wird es sein, über die Voraussetzungen und Grundlagen, Begriffe und Normen pädagogischen Handelns nachzudenken. Vor diesem Hintergrund will der Band zur Besinnung auf pädagogische (Grund-)Fragen beitragen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Reinhard Schilmöller - Pragmatismus versus Idealismus? Über Verabsolutierungen im Unterrichtsverständnis und ihre Folgen 155

Extract

155 Reinhard Schilmöller Pragmatismus versus Idealismus? Über Verabsolutierungen im Unterrichtsverständnis und ihre Folgen 1. Einleitung und Fragestellung Die gegenwärtig vorherrschende Perspektive auf Unterricht ist die des Lernerfolgs und seiner Messbarkeit. Was „guter Unterricht“ ist, wird an seinem in Tests über- prüfbaren Erfolg abgelesen. Darauf basieren die viel beachteten Merkmalskataloge für die Qualität von Unterricht (vgl. Meyer 2004; Helmke 2009). Andere, in zurück- liegender Zeit entwickelte Perspektiven kommen kaum noch zur Geltung, werden entweder nicht beachtet oder mit Kritik bedacht. Unterricht unter dem Aspekt der zu lernenden Sache oder seines Bildungsanspruchs zu betrachten (vgl. Hellekamps 2009), ist unmodern geworden. Weil seine Effekte nicht sichtbar und nachweisbar seien, gilt etwa das auf Herbart zurückgehende Modell eines „erziehenden Unter- richts“ als realitätsferne „Idealisierung“, die das Wesentliche aus dem Blick verliere: die erfolgreiche Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen (vgl. Oelkers 2000, 183). Ist das mit dem Begriff „Erziehender Fachunterricht“ gekennzeichnete Unter- richtsverständnis, das Jürgen Rekus (vgl. 1993 a; 1993 b) und andere (vgl. Pöppel 1990; Ladenthin 1993; Schilmöller 1994) in Anknüpfung an eine von Alfred Petzelt begründete Denktradition vielfach publizistisch vertreten und weiterentwickelt ha- ben, demnach falsch und überholt? Sind Vorstellungen von Unterricht, die sich an Idealen und Absichten ausrichten, generell obsolet geworden? Kommt man auch ohne die Bildungsidee aus und genügt es, sich an faktischen Wirkungen von Unter- richt, am Output zu orientieren? Ist das ein Erfordernis pragmatischen Denkens? Welche Folgen ergäben sich daraus für das Verst...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.