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Kompetenzzuschreibungen und Positionierungsprozesse

Eine postkoloniale Dekonstruktion im Kontext von Migration und Arbeitsmarkt

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Frauke Meyer

Diese Studie verknüpft feministisch-postkoloniale Theorieansätze mit der Methode der grounded theory, um die Begriffe Kompetenz und interkulturelle Kompetenz aus einer für die deutschsprachige Erziehungswissenschaft wenig gewöhnlichen Perspektive empirisch zu untersuchen. Die postkoloniale Kritik an der Addition sozialer Kategorien ernst nehmend, untersucht die Autorin (interkulturelle) Kompetenz hinsichtlich ihrer machtstabilisierenden Funktion. Wie wird Kompetenz über das Zusammenwirken sozialer Kategorien wie Rasse, Klasse, Geschlecht, Alter erzeugt? Welche beruflichen Positionen assoziieren spezifische Kompetenzkonstruktionen? Welche Strategien entwickeln «geanderte» und «weiße deutsche» Arbeitnehmende im Umgang mit solchen Kompetenzzuschreibungen und Positionierungen?

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II »Kompetenz« und Positionierungen im Kontext von Migration und Arbeitsmarkt

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Dieser Teil widmet sich der empirischen Untersuchung der im vorangegangenen Teil aus theoretisch-methodischer Perspektive dargelegten Problemstellungen. Dazu bewegen sich die Interviewauswertungen auf drei Ebenen: (1) der Ebene (staatlicher) Regulierungsmechanismen und -praktiken, (2) der Ebene von Anrufungen bzw. Fremdpositionierungen und -zuschreibungen und (3) der Ebene der Selbstpositionierungen und Handlungsstrategien. Um Einblick in Zu- sammenhänge von Positionierungen und Kompetenzzuschreibungen gewinnen zu können, setze ich die Perspektiven von Einstellenden (Ebene 2) und von »geanderten« sowie »weißen deutschen« ArbeitnehmerInnen (Ebene 3) zuein- ander in Beziehung und beleuchte sie jeweils im Kontext bestehender Wissens- produktionen bzw. Diskursformationen. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei je- weils auf der Frage nach der Verwobenheit von Kompetenzzuschreibungen, Po- sitionierungsprozessen und Regulierungsmechanismen entlang sozialer Katego- rien wie »Rasse«, »Klasse«, »Geschlecht«, »Alter«. Die Auswertung, die auf der Grundlage aller Interviews durchgeführt wurde (vgl. I 2.2), orientierte sich an den Leitfragen: Inwiefern strukturieren »Rasse«, »Klasse«, »Geschlecht« und weitere soziale Kategorien Positionierungsprozesse auf dem Arbeitsmarkt? Welchen ArbeitnehmerInnen wird aus welchen Gründen was von wem zuge- schrieben und wer wird in der Hierarchie des Arbeitsmarkts wo platziert bzw. kann sich am welchem Ort platzieren? In welchem Verhältnis stehen Kompe- tenzzuschreibungen, Fremd- und Selbstpositionierungsprozesse zueinander? Welche Positionierungsstrategien entwickeln die befragten ArbeitnehmerInnen in Auseinandersetzung mit (In-)Kompetenzzzuschreibungen und Positionszu- weisungen? Um diesen Fragen nachgehen zu können, ist zunächst eine Auseinanderset- zung mit den staatlichen Regulierungsmechanismen und den unterschiedlichen Positionierungsmöglichkeiten, die »Geanderten« - insbesondere solchen ohne deutschen Pass – und »weißen Deutschen« darüber eröffnet werden, vonnöten, (II...

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