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Mündliche Sprachkompetenzen deutschsprachiger Lerner des Englischen

Entwicklung eines Kompetenzmodells zur Leistungsheterogenität

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Urska Grum

Die Arbeit wurde mit dem Tiburtius-Anerkennungspreis der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen (LKRP) ausgezeichnet.
Wie lässt sich mündliche Sprachfähigkeit messen? Obwohl das Überprüfen und Evaluieren von Schule, Unterricht und Schülerleistungen seit PISA im Fokus des nationalen Interesses steht, gibt es bisher kaum empirische Untersuchungen zur Fähigkeit des spontanen freien Sprechens von Fremdsprachenlernern. Die Autorin ist in ihrer Forschungsarbeit der Frage nachgegangen, welches sprachproduktive Leistungsspektrum von Lernern der ausgehenden Sekundarstufe I erreicht werden kann. Aus ihren Erkenntnissen entwickelt sie heuristische, objektive, sachbezogene Vergleichsnormen ( benchmarks) und ein empirisch validiertes, kriteriales Bewertungsschema für die spontan-mündliche englische Sprachfähigkeit auf unterschiedlichen Kompetenzniveaus. Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit liegt auf der explorativen Entwicklung adäquater Methoden und Indikatoren zur objektiven Messung mündlicher Sprachkompetenzen von Fremdsprachenlernern.

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3. Theoretische Grundlagen und Kontextualisierung

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Mündliches, sprachliches Interagieren stellt ein einzigartiges Phänomen der Kommunikation dar, welches sich sehr deutlich von anderen Kommunikations- formen unterscheidet und ganz eigene Spezifika aufweist. Es gerät bisweilen in Vergessenheit, dass spontan-interaktives Sprechen eine gänzlich andere Fähig- keit darstellt als beispielsweise das Schreiben oder das narrative Erzählen und ein überaus komplexes Lernfeld umfasst. In den folgenden Kapiteln werden da- her Themenkomplexe erörtert, die für ein Verständnis mündlicher Sprachkom- petenz essentiell sind und zentrale Merkmale und Bedingungsfelder freier, mündlicher Kommunikation bilden. Denn nur vor diesem Hintergrundwissen lässt sich die mündliche Sprachkompetenz von Fremdsprachenlernern valide testen und analysieren. Zunächst werden theoretische Überlegungen vorgestellt, die mögliche Erklä- rungsmuster zu mentalen Prozessen liefern, die während der Produktion münd- licher Sprache ablaufen. In diesem Zusammenhang werden auch Grundmodelle möglicher Arbeitsweisen des menschlichen Gehirns skizziert. Da Wörter die Basis sprachlicher Kommunikation bilden, werden darüber hinaus Vorstellungen zur Konzeption des mentalen Lexikons untersucht (Kap. 3.1). Zur Klärung der Frage, aus welchen Teilkompetenzen sich mündliche Sprachfähigkeit konstitu- iert, werden verschiedene wegweisende Sprachfähigkeitsmodelle analysiert (Kap. 3.2). Die Spezifik mündlicher Sprache erfordert nicht nur die Entwicklung eigenständiger Sprachfähigkeitsmodelle, die ihrem speziellen Verarbeitungssys- tem Rechnung tragen, sondern auch eine nähere Analyse der charakteristischen Merkmale mündlicher Sprachproduktion (Kap. 3.3). Nicht wenige Sprachtest- verfahren, -philosophien und sprachpolitische Dokumente basieren auf den hier vorgestellten Sprachkonstrukten. Wie mündliche Sprachkompetenz über speziel- le Sprachtestverfahren geprüft...

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