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Schreib- und Textroutinen

Theorie, Erwerb und didaktisch-mediale Modellierung

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Edited By Helmuth Feilke and Katrin Lehnen

Herkömmlich wird sprachliche Routine gern mit Gleichförmigkeit, Bequemlichkeit und auch Entlastung von wiederkehrenden kommunikativen Aufgaben gleichgesetzt. Als Mittel der Strukturbildung ist ihre Bedeutung kaum bedacht. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Routinen gerade auch im Schriftlichen die Grundlage bilden für die Eröffnung von Spielräumen des sprachlichen Handelns – sowohl in der Textproduktion als auch in der Textrezeption. Die Beiträge des Bandes argumentieren für ein sozial intelligibles Konzept sprachlicher Routine. Der thematische Fokus richtet sich auf Routine im Schreiben und Routine in Texten. Im Zentrum stehen Theorie und Begrifflichkeit literaler Routine, Erwerb und Aufbau von Schreib- und Textroutinen im Spracherwerb vom ersten Schuljahr bis hin zu Studierenden sowie didaktisch-mediale Modellierungen von Routinen für die Stützung des Erwerbs auch in E-Learning-Szenarien.

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Antje Proske - Können computerbaiserte Trainingsaufgaben Text- und Schreibroutinen beim wissenschaftlichen Schreiben fördern? 83

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Können computerbasierte Trainingsaufgaben Text- und Schreibroutinen beim wissenschaftlichen Schreiben fördern? Antje Proske Texte sind ein zentrales Mittel der Darstellung, Speicherung und Kommunika- tion von Wissen. Ziel eines wissenschaftlichen Schreibprozesses ist es daher, inhaltliches Wissen in ein sprachliches Produkt zu transformieren, das einem spezifischen kommunikativen Ziel entspricht. Um dieses Ziel zu erreichen, sind neben dem (1) inhaltlichen Wissen über das Thema, das im Text kommuniziert werden soll, mindestens drei weitere Arten von Wissen notwendig (Alamargot/Chanquoy 2001b, 3): (2) sprachliches Wissen (z.B. grammatikali- sche Regeln, Wortelemente); (3) pragmatisches Wissen (erlaubt den Schreiben- den, Inhalt und Sprachstil des Textes an den Adressaten anzupassen); sowie (4) prozedurales Wissen (Handlungswissen/Fertigkeit – gestattet, das inhaltliche, sprachliche und pragmatische Wissen zu nutzen und strategisch einzusetzen). Prozedurales Wissen umfasst also Regeln, nach denen inhaltliche, sprachli- che und pragmatische Wissensbausteine zu einem Text kombiniert werden, d.h. die Schreibhandlung wird durch das prozedurale Wissen zunehmend mehr au- tomatisch gesteuert. Dabei kann zwischen (1) Schreibroutinen und (2) Textrou- tinen unterschieden werden. Schreibroutinen umfassen automatisiert eingesetzte, mehr oder weniger komplexe Prozeduren zur Bewältigung der Anforderungen des Schreibprozesses (z.B. Planungs- und Überarbeitungsroutinen). Textrouti- nen dagegen sind sprachliche Instrumente des Formulierens. Sie dienen dazu, pragmatisch-funktionale Anforderungen schriftsprachlichen Handelns zu erfül- len und sind daher domänen- und textsortengebunden (Feilke 2003, 218). Erfahrene und weniger erfahrene Schreibende unterscheiden sich in ihrem prozeduralen Wissen. Erfahrene Schreibende verfügen über ein großes Reper- toire an Text- und Schreibroutinen, aus dem sie die jeweils angemessene Routi- ne zum richtigen Zeitpunkt auswählen. Weniger erfahrene...

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